Mobilfunk-Boom setzt sich fort

Seit August 2006 hat statistisch jeder Deutsche mehr als eine Mobilfunk-Nummer. Mittlerweile wurde die Zahl von 100 Mio. vergebenen SIM-Karten bzw. Telefon-Anschlussnummern in Deutschland überschritten.

Der digitale Mobilfunk begann in Deutschland im Jahr 1992 und konnte innerhalb von zwölf Monaten knapp eine Million Kunden gewinnen. Diese Zahl stieg innerhalb der ersten fünf Jahre auf 5,6 Mio. Einen erheblichen Schub nach vorne brachte dann die Einführung der Prepaid-Karten in den Jahren 1999 und 2000.

Im August 2006 waren in Deutschland dann 82 Mio. Mobilfunk-Teilnehmernummern vergeben. Damit wurde statistisch die 100-Prozent-Sättigung erreicht, bezogen auf die gesamte Einwohnerzahl (vom Säugling bis zum Greis). Und jetzt ist die 100-Millionen-Marke überschritten.

So besitzt - jedenfalls nach den reinen Zahlenwerten - jeder fünfte Deutsche zwei Handys bzw. SIM-Karten. Weltweit liegt Deutschland damit hinter den USA, Indien, Russland, Brasilien und Japan auf Rang sieben der absoluten Zahl der Mobilfunkanschlüsse. Für Ende 2008 rechnen Fachleute, wie der BITKOM-Branchenverband mitteilt, mit rund 107 Mio. ausgegebenen SIM-Karten, die meisten im GSM/GPRS-Betrieb.

Doch auch die Zahl der schnellen UMTS-Anschlüsse wächst kontinuierlich. Ende 2007 gab es mehr als 10 Mio. Nutzer der »3. Mobilfunkgeneration« in Deutschland, und in diesem Jahr soll die Zahl um 60 Prozent auf fast 16 Mio. Anschlüsse steigen.

In diesem gesamten Umfeld sind in Deutschland die mobilen Datendienste zu einem Milliardenmarkt geworden. Mit mobilem Internet-Surfen oder E-Mails machten die Provider 2007 nach BITKOM-Schätzungen über 11 Prozent des Umsatzes, in diesem Jahr soll der Anteil auf 14 Prozent steigen. Das ist eine Verdoppelung innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren. Der Umsatzanteil von SMS und MMS ist hingegen auf 14,2 Prozent im vierten Quartal 2007 leicht gesunken. Ende 2008 wird er nach BITKOM-Schätzungen noch rund 13 Prozent betragen.