Mit dem Handy gegen Übergewicht

Im Rahmen einer gemeinsamen Studie wollen das Fraunhofer-Institut IGD Rostock und die Medigreif-Inselklinik Heringsdorf/Usedom das Problem von Übergewicht lösen: Mit Hilfe von Bewegungssensoren im Handy soll die Ernährungs- und Bewegungssituation von adipösen Kindern zwischen 11 und 17 Jahren erfasst und geändert werden.

Die gestiegene Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ist mittlerweile alarmierend hoch. Hauptgründe für diese Entwicklung sind vor allem falsche Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel. Um betroffenen Kindern beim Abnehmen und anschließend beim Gewichthalten zu helfen, bekommt jedes der 80 bis 120 übergewichtigen Studienteilnehmer ein Handy, das mittels eines integrierten Bewegungssensors die eigene körperliche Aktivität erfasst. Unterstützt wird das Projekt von Sony Ericsson Deutschland und Vodafone.

Die vom Fraunhofer IGD Rostock entwickelten und im Handy integrierten Algorithmen erfassen die physische Aktivität, erkennen Bewegungsmuster und unterscheiden zwischen den einzelnen Bewegungszuständen wie beispielsweise »Ruhe«, »Laufen«, »Hüpfen« oder »Radfahren«. Misst der Sensor über einen längeren Zeitraum am Tag keine oder unzureichende körperliche Aktivität, wird das betroffene Kind von seinem Handy darauf aufmerksam gemacht.

Handy lobt bei viel Bewegung

Umgekehrt erhält das übergewichtige Kind eine Art digitales Geschenk, wenn es besonders aktiv war. So erhalten die jungen Probanden regelmäßig eine Rückmeldung zu ihrem Verhalten und schärfen ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise.

»Besonders wichtig ist es uns, einen dauerhaften, über die Studienlaufzeit hinaus anhaltenden Therapieerfolg zu erzielen«, sagt Gerald Bieber, Forscher am Fraunhofer IGD Rostock. Damit die Kinder ihren neuen, gesunden Lebensrhythmus auch später im normalen Alltag beibehalten und nicht in alte Lebensweisen zurückfallen, nutzen sie die Handys auch nach dem klinischen Aufenthalt im häuslichen Umfeld weiter.