Von der Theorie zur Praxis: Konzepte und deren Eigenschaften in der Diskussion Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk

Die Begeisterung über die Konvergenz der Fest- und Mobilfunknetze (Fixed Mobile Convergence, FMC) ist nach wie vor groß. Doch wenn sich die FMC erst einmal von einem „aufkeimenden“ Konzept zu einem wirtschaftlich tragfähigen Modell entwickelt, wird sie möglicherweise ganz anders aussehen, als es die Industrie heute erwartet.

Von der Theorie zur Praxis: Konzepte und deren Eigenschaften in der Diskussion

Die Begeisterung über die Konvergenz der Fest- und Mobilfunknetze (Fixed Mobile Convergence, FMC) ist nach wie vor groß. Doch wenn sich die FMC erst einmal von einem „aufkeimenden“ Konzept zu einem wirtschaftlich tragfähigen Modell entwickelt, wird sie möglicherweise ganz anders aussehen, als es die Industrie heute erwartet.

Für die FMC-Modelle der Zukunft ist es durchaus als wahrscheinlich anzusehen, dass es mehrere koexistierende Techniken geben wird, die von unterschiedlichen Betreibern für ihre jeweiligen Stammkunden, Geschäftsmodelle und Aktivitäten nutzbar sind.

Die verschiedenen Seiten der FMC-Medaille

Die Möglichkeit, FMC-Dienste anzubieten, ergab sich erstmals vor einigen Jahren bei der Definition der Leistungsmerkmale von mobilen Dual-Mode-Telefonen. Diese Geräte können entweder über das Mobilfunknetz (per GSM, CDMA und andere Mobilfunkprotokolle) oder per Voice-over-IP (VoIP) über WiFi-Netze (drahtlose lokale Netzwerke, WLANs) auf IEEE-802.11x-Basis kommunizieren. Dabei kann ein Gespräch dynamisch von einem Netz zum anderen übergeben werden, wenn der Gerätebenutzer von dem einen Funknetz-Bereich in Reichweite des anderen kommt.

Durch die Dual-Mode-Fähigkeit neuer Telefone wäre es denkbar, dass ein Telefongespräch uneingeschränkt vom Mobilfunknetz, wo es im Minutentakt abgerechnet wird, beispielsweise an das heimische WLAN des Benutzers übergeben wird. Dort wird es als VoIP-Verbindung geführt, die unter eine monatliche Flatrate fällt (Bild 1). Das hätte für die Teilnehmer den Vorteil, dass sie die Festnetztelefonie durch einen kostengünstigeren Mobilfunkdienst ersetzen könnten, da es sich zumindest bei einem Teil der Verbindungen um Low-Cost-VoIPAnrufe über das IP-Netz handeln würde. Vorteil für die Netzwerkbetreiber: Sie könnten den Festnetzanbietern Umsatzanteile wegnehmen und deren Kunden weiter an sich binden.

Dieser eher traditionelle FMC-Servicetyp wird auf einigen europäischen und US-amerikanischen Märkten angeboten. In Seattle (Washington) beispielsweise bietet T-Mobile einen Service, der auf diesem Modell basiert. Für Mobilfunk-Dienstanbieter ist er deshalb attraktiv, weil er die Möglichkeit bietet, über den niedrigen Pauschalpreis für WLAN-basierte Anrufe neue Teilnehmer zu gewinnen. Dabei bedingt diese neue Teilnehmergruppe keinen Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur, da ja zumindest einige ihrer Gespräche über das IP-Netz abgewickelt werden.