Ist WiMAX tot?

Eine Marktanalyse zum Thema WiMAX von Frost & Sullivan sorgt derzeit für Aufsehen: Sie sagt das Ende von WiMAX voraus, noch bevor die Technik richtig an den Start geht. Das sorgt für heftigen Widerspruch.

»Im kommenden Jahr werden die Operators einsehen, dass WiMAX nicht als Zugangstechnik für die mobile Breitbandkommunikation angesehen werden kann«, sagt Luke Thomas, Programme Manager von Frost & Sullivan. Außerdem meint er, dass WiFi die Zugfangsfunktion besser übernehmen könne und 802.11n höhere Datenübertragungsraten biete.

»Diese Analyse beeindruckt mich nicht gerade«, antwortet Ruppert Baines, VP Marketing von picoChip, Hersteller von konfigurierbaren Basisbandprozessoren, mit denen das Unternehmen auf den Einsatz in WiMAX aber auch der LTE-Infrastruktur abzielt. »Ich sehe nicht, dass LTE schon bis 2009 zur vorherrschenden Technik aufsteigen könnte, wie Thomas offenbar meint. Sobald ein Standard feststeht, dauert es erfahrungsgemäß allermindestens drei Jahre, bevor die ersten Installationen erfolgen.« WiMAX wurde 2005 verabschiedet.

Luke Thomas sagt in der Analyse dagegen WiMAX ein schnelles Ende voraus: es sei eher unwahrscheinlich, dass WiMAX sich durchsetzen werde, zumal LTE-Netze schon ab Ende des Jahres installiert würden, mobile WiMAX werde schlussendlich in LTE münden. Dass der WiMAX-Motor ins Stocken geraden sei, zeige etwa Sprint Nextel.

Auch Paul Kapustka von Sidecut Reports hält die Analyse von Frost & Sullivan nicht gerade für schlüssig. Seiner Meinung nach würden Äpfel mit Birnen verglichen. Auch er hält die Annahme für sehr gewagt, der LTE-Standard sei bis Ende 2008/Anfang 2009 verabschiedet und erste Systeme könnten Ende 2009/Anfang 2010 installiert werden. Jedenfalls wettet er schon mal ein oder zwei Bier darauf, dass 170-MBit/s-LTE-Netzwerke bis 2010 nicht funktionsfähig sein werden.