IMDA kündigt weltweiten Zertifizierungsstandard für Internet-Radios an

Die Internet Media Device Alliance (IMDA) kündigt einen grundlegenden Zertifizierungsstandard für Internet-Radiogeräte an. Der Standard soll die Formate, in denen Internetradio bisher angeboten wird, harmonisieren.

Die IMDA wurde 2009 gegründet, um eine Reihe offener, interoperabler Standards und Geräteprofile für mit dem Internet verbundene Mediageräte zu entwickeln und zu fördern. Sein Lenkungsausschuss umfasst viele der weltweit führenden Unternehmen und Anbieter von Streaming-Medien: Awox, BBC, Deutsche Welle, European Broadcasting Union (EBU), Frontier Silicon, Global Radio, Pure, Reciva, SWR und vTuner.

Der Standard mit der Bezeichnung »IMDA Profile 1« will die derzeit von Internet-Radio-Herstellern und Rundfunkanstalten verwendeten Technologien harmonisieren. Insbesondere legt der Grundstandard fest, dass Geräte sowohl WMA- als auch MP3-Codecs decodieren müssen, dass HTTP-Streaming mit 301 und 302 Redirection Verwendung findet, dass die Playlist-Formate M3U, ASX, PLS mit neuer Zeilentrennung für URLs in Klartext akzeptiert werden und dass die Geräte Stereo-Datenströme entweder über zwei Kanäle oder durch das Herunterladen von einer Mischung aus beiden empfangen.

Unterstützt wird der IMDA-Zertifizierungsstandard sowohl durch namhafte Anbieter von Internet-Radios als auch durch Rundfunkanstalten. Diese wollen damit sicher stellen, dass neue Produkte auf die Mehrzahl der Audio-Streams zugreifen können, die bereits jetzt und in der Zukunft zur Verfügung stehen. Schätzungen zufolge werden zertifizierte Radios heute ungefähr 90 Prozent derjenigen Rundfunkstationen der Welt empfangen können, die derzeit Sendungen über das Internet ausstrahlen.

Für Hersteller von Internet-Radios soll der Zertifizierungsstandard die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen und das Marketing-Risiko dadurch verringern, dass die Gefahr von Auseinandersetzungen wegen konkurrierender Technologien vermieden wird. Gleichzeitig sind Online-Rundfunksender, die sich an das IMDA Profile 1 halten, in der Lage, Ziel-Hörerschaften unter Verwendung einer geringeren Zahl von Audio-Codecs zu erreichen, was die damit verbundenen Kosten beträchtlich reduziert.