Hollywood zeichnet JVT mit »Emmy« aus

Die US Academy of Television Arts & Sciences hat die Standardisierungsorganisationen ITU-T, ISO und IEC für deren gemeinsame Entwicklung des AVC-Standards für Videokompression mit einem »Engineering Emmy« ausgezeichnet.

Die einmal jährlich vergebene Auszeichnung ging an das Joint Video Team (JVT) der beiden Organisationen und würdigt dessen Arbeit an Advanced Video Coding (AVC), bisher auch bekannt als ITU-T-Empfehlung H.264 bzw. ISO/IEC-Standard 14496-10. Dieser Standard ermöglicht vor allem eine effiziente Videokompression, die es erlaubt, digitalisierte Videodateien auf mobilen Geräten zu speichern und abzuspielen. Auch das hochauflösende Fernsehen (HDTV) und die DVD-Aufzeichnungstechnik profitieren von der Speicher- und Bandbreiteneinsparung, die der AVC-Standard bietet.

Eine Besonderheit ist außerdem, dass die beteiligten IP-Inhaber sich darauf verständigt haben, dass sie für die Nutzung des Basisprofils keine Lizenzgebühren verlangen werden. Einer der führenden Köpfe des Teams ist Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin.

Malcolm Johnson, Direktor des Standardisierungsbüros der ITU nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Scott Jameson, dem Vorsitzenden des ISO/IEC Joint Technical Committee on Information Technology (ISO/IEC JTC 1), entgegen. Johnson bezeichnete den AVC-Standard als »Juwel in der Krone der internationalen Standardisierungszusammenarbeit«. Die Verbreitung des Standards bezeichnete er weiter als »Zeugnis der Flexibilität und Effizienz, die eine Gruppe von Menschen mit genau diesem Ziel vorangetrieben hat« und als »Demonstration des festen Glaubens an die Mächtigkeit internationaler Standards.«