GSM: Zahl der Verbindungen verdoppelt

Der seit 1991 bestehende GSM-Standard kommt an Kapazitätsgrenzen. Mit einem neuen Übertragungsverfahren können nun im GSM-Standard ohne Veränderung der Hardware doppelt so viele Telefongespräche geführt werden.

GSM-Mobilfunknetze verbinden heute mehr als 1,5 Mrd. Mobilfunkteilnehmer miteinander. Trotz eines flächendeckenden Ausbaus kommt es zumindest in Europa immer wieder zu Engpässen in der Versorgung. Daher arbeiten die Netzausrüster an Verfahren, mit denen die Kapazität der bestehenden Netzinfrastruktur ohne allzu großen Aufwand erweitert werden kann.

Nokia Siemens Networks konnte nun in einem Feldversuch zeigen, dass das neu entwickelte Übertragungsverfahren »Orthogonal Sub Channel« (OSC) im GSM-Umfeld funktioniert. Das Verfahren wird dabei ausschließlich in der Software implementiert, die Hardware muss nicht verändert werden. Bei dem Feldversuch wurden vier normale Telefone über die Luftschnittstelle angebunden und die Verbindungen in nur einem GSM-Zeitschlitz abgewickelt. Die Qualität der Sprachverbindungen war dabei nicht beeinträchtigt.

Der Leiter des GSM/EDGE-Produktmanagements von Nokia Siemens Networks, Prashant Agnihotri, machte die Vorteile deutlich: »Die Verdoppelung der Kapazität wird möglich durch einen Software-Upgrade bei der NSN-Basisstation und dem Base-Station-Controller. Das Verfahren ist vollständig kompatibel mit den marktüblichen GSM-Handys.«