GSM-Richtlinie wird flexibler Grünes Licht für 3G im 900-MHz-Band

Nachdem der Europäische Ministerrat Ende Juni eine Reform der so genannten GSM-Richtlinie für das 900-MHz-Band verabschiedet hat, erhofft sich die Branche neben Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe eine rasche Verbesserung der angespannten Lage im breitbandigen Mobilfunk.

GSM-Richtlinie wird flexibler

Nachdem der Europäische Ministerrat Ende Juni eine Reform der so genannten GSM-Richtlinie für das 900-MHz-Band verabschiedet hat, erhofft sich die Branche neben Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe eine rasche Verbesserung der angespannten Lage im breitbandigen Mobilfunk.

Heute gibt es, im Gegensatz zur Anfangszeit des Mobilfunks, keine Engpässe bei der Versorgung mit Mobiltelefonen und der Verfügbarkeit der Funknetze. Schon eher ist der breitbandige Mobilfunkdienst 3G (UMTS) eingeschränkt, weil es vielerorts gerade keine freien Funkkanäle gibt: Zum einen ist in vielen ländlichen Gebieten noch keine flächendeckende Versorgung mit dem schnellen mobilen Internetzugang vorhanden oder die Netzkapazität ist begrenzt. Die Auslastung der Mobilfunknetze hat dank günstiger Tarife und neuer Applikationen derart stark zugenommen, dass die Mobilfunkanbieter seit Jahren händeringend nach mehr Übertragungskapazität suchen. Dafür benötigen sie mehr Betriebsfrequenzen. Die sind aber rar.

Eine signifikante Entlastung könnte nun die Neu-Ordnung des 900-MHz-Bandes bringen. Nach dem Europäischen Parlament billigte Ende Juli auch der Ministerrat einen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Modernisierung der so genannten GSM-Richtlinie hinsichtlich der Nutzung der Funkfrequenzen, die für Mobilfunkdienste benötigt werden.

Freigabe löst alte Mobilfunkbremse

Die GSM-Richtlinie von 1987 ist eine europäische Rechtsvorschrift, die einen Teil des 900-MHz-Bandes für GSM-Netzzugangssysteme wie beispielsweise GSM-Mobiltelefone reserviert. Bisher bestand eine explizite Bindung an GSM; andere Dienste dürfen das Band nicht benutzen. »Das bedeutete bislang eine beträchtliche Einschränkung für die Netzbetreiber«, kommentiert Adrian Etzbach, Senior Product Marketing Manager, 3G RF bei Infineon Technologies. »Frequenzbänder unterhalb 1 GHz bieten günstigere Ausbreitungsbedingungen durch geringere Dämpfung und weniger Reflexionen durch Gebäude. Damit wird einerseits die Verfügbarkeit von mobilem Internet innerhalb von Gebäuden erheblich verbessert, zum anderen sind bei 900 MHz größere Funkzellen einsetzbar. Die Netzbetreiber können also nicht nur einen besseren Service anbieten, sondern auch die Kosten für eine flächendeckende Versorgung reduzieren.« (siehe Kasten »Mobil durch Zellteilung«).