Gigabit-WLAN am Horizont?

Die amerikanische Elektronik-Ingenieurverband IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) macht sich in Form zweier Technologie-Szenarios Gedanken über das Gigabit-WiFi, das für 2012 angedacht ist.

Das jetzt in der Standardisierungsphase befindliche WiFi-WLAN gemäß IEEE-Standard 802.11n, das je nach örtlichen Gegebenheiten 100 bis 200 Mbit/s (Netto-Nutzdatenrate) schaffen soll, wird erst mal verschoben: Die für heuer geplante endgültige Verabschiedung dieses IEEE-Standards soll nun bis Ende 2009 auf sich warten lassen.

Das ist umso interessanter, als sich bereits mehrere Hersteller mit 802.11.n-WLAN-Komponenten (pre-draft) auf den Markt gewagt haben und nun unsicheren Zeiten entgegengehen dürften.

Jedenfalls wurde bei dem weltgrößten und für Standardisierungen zuständigen Ingenieurverband nun eine Arbeitsgruppe etabliert, die sich mit Very High Throughput-Wireless-LANs (VHT) befasst. Zwei Vorschläge kamen dabei heraus.

Der eine Vorschlag bezieht sich auf den Frequenzbereich unter 6 GHz, wo derzeit auch die etablierten WLANs funken, der andere Vorschlag arbeitet mit Frequenzen über 60 GHz, wo wegen der relativ geringen Belegungsdichte noch genügend freie Frequenzen und Bandbreiten zur Verfügung stehen. Erste Produkte für diese beiden Frequenzbereiche könnten, so jedenafalls Beobachter dieser IEEE-Aktivitäten, bereits 2012 auf den Markt kommen.

Der Vorschlag für Frequenzen unter 6 GHz soll mit 802.11n technisch rückwärtskompatibel sein und pro drahtlos angekoppeltem Laptop 500 Mbit/s schaffen, mit mehreren Funkteilnehmern dann insgesamt in den Gbit/s-Bereich hineinkommen und auch das überbelegte Frequenzband bei 2,4 GHz für seine Übertragungen meiden.

Der andere Vorschlag arbeitet mit Trägerfrequenzen über 60 GHz und wurde bereits mit Übertragungsraten von 5 Gbit/s erprobt. Bis jetzt funktionierte das allerdings nur mit kleinen Richtantennen, und man konnte Distanzen innerhalb eines Raumes überbrücken. Bei diesen Wellenlängen ist dann allerdings an eine durch Wände hindurchgehende Feldausbreitung (wie beim jetzigen WLAN bei 2,4 GHz) überhaupt nicht mehr zu denken, zumindest nicht bei den angedachten äußerst geringen Sendeleistungen.