Fujitsu: »Mobile WiMAX ist erwachsen«

»Die Anforderungen an WiMAX-Chipsets und -Module fallen immer konkreter aus«, stellt Jürgen Gandowitz fest, zuständig für Advanced Solutions und Mobile Marketing bei Fujitsu Microelectronics Europe. Die Hersteller haben sich darauf eingestellt: Die entsprechende Hardware steht bereit.

Mobile WiMAX, die drahtlose Technologie der nächsten Generation, startet noch in diesem Jahr in EMEA, in den USA und in Taiwan durch. Nächstes Jahr wird dann auch Japan folgen. Zu den am Markt anfangs verfügbaren Services gehört ein PC-basierter mobiler Breitbandzugang. Gleichzeitig sollen Endgeräte wie Telefone, Smart Phones, PDAs, tragbare Spiele und Navigationssysteme zum erwarteten raschen Wachstum der Technologie beitragen. Denn eines ist gewiss: WiMAX kommt noch vor LTE.

Das Interesse, das WiMAX seit Beginn an weckt, mündet derzeit in konkrete Vorhaben. Das spiegelt sich auch in den Anfragen wider, die zunehmend an Jürgen Gandowitz herangetragen werden: »Mit welchen Applikationen ist das Silizium kompatibel? Wie hoch liegt der Stromverbrauch, und was passiert, wenn die Empfangsbedingungen schlecht sind?«

Ob sich die Technologie durchsetzen wird, ist längst geklärt: Sie wird es. Nun rücken die Details in den Vordergrund, und die Feldversuche laufen unter immer realistischer werdenden Bedingungen. Im Vordergrund der Entwicklungsaktivitäten stehe momentan die Interoperabilität der Komponenten. »Die zahlreiche positive und auch negative Berichterstattung über WiMAX in der Presse sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch heute noch Handwerk zu leisten ist.«

Zwar ist WiMAX dem LTE einen Schritt voraus, die künftige Roadmap aber noch nicht abgesteckt. So stellt sich die Frage, welchen Stellenwert WiMAX ab 2010 einnehmen wird, wenn es mit LTE konkurriert. »Aus meinem Ingenieur- Blickwinkel gesehen, ähneln sich die beiden Technologien sehr. Daher kann man LTE durchaus als eine Schwestertechnologie von WiMAX betrachten.« Darüber, ob WiMAX letztendlich in LTE münden wird – und somit beide Technologien verschmelzen –, will Gandowitz allerdings heute noch keine Einschätzung abgeben. Zwar ähneln sich die Technologien, die Interessensfelder dahinter vertreten jedoch jeweils ihre eigene Politik und haben wenig miteinander gemein.