Freescale will Funkstandard in Unterhaltungselektronik etablieren

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Freescale Semiconductor hat unter dem Namen »RF Entertainment Control Platform« eine neue Funktechnologie präsentiert, die Geräte der Unterhaltungselektronik steuern und verbinden soll und die das Unternehmen als De-Facto-Standard etablieren will.

Die Funktechnologie basiert auf dem IEEE-Standard 802.15.4. Nicht nur aus Freescale-Sicht ist die Infrarottechnik als Übertragungstechnik für Fernbedienungen der Unterhaltungs-elektronik in die Jahre gekommen. Auch OEM halten längst Ausschau nach einer Alternative, die nicht mehr auf Sichtkontakt angewiesen ist, weniger Strom verbraucht und bidirektional arbeiten kann.

Freescale hat nun seine »RF Entertainment Control Platform« vorgestellt, deren Funkschnittstelle (PHY) und Zugriffstechnik (MAC) auf dem seit drei Jahren ratifizierten IEEE-Standard 802.15.4 basieren. Es wurde laut Freescale weltweit bereits eine zweistellige Millionenzahl von Funktransceivern ausgeliefert, die auf diesem Standard aufsetzen.

Auch die Funktechnik ZigBee für drahtlose persönliche Netze (WPAN) basiert auf diesem Standard, ist aber für die bei Fernbedienungen übliche Punkt-zu-Punkt-Verbindung überqualifiziert und deshalb auch zu teuer. Freescale verspricht, dass der neue Chip inklusive der Betriebssoftware schon in wenigen Jahren für weniger als einen US-Dollar zu haben sein wird.

Freescale beseitigt mit der neuen Platform nicht nur die Nachteile der Infrarottechnik, sondern schafft auch eine kostengünstige Möglichkeit, alle Geräte der Unterhaltungselektronik mit nur einer Fernbedienung steuern. OEMs müssen dann auch nicht mehr Lizenzgebühren für die Infrarottabelle an jeden einzelnen Gerätehersteller entrichten. Laut Freescale sind viele OEMs auch deshalb an der neuen Plattform sehr interessiert. Noch in diesem Jahre sollen erste Geräte mit der neuen Technologie vorgestellt werden.