Fläche, Kosten und Stromverbrauch halbiert: »Die UWB-Killerapplikation ist der Preis«

Mit dem UWB-Single-Chip »Ripcord2« will Staccato im kommenden Jahr Ultra-wide Band (UWB) zum Durchbruch verhelfen. Die Umsetzung mit CMOS-Technologie in 65-nm-Strukturen ermöglicht Massenmarkt-taugliche Preise.

»2009 wird für Ultra-wide Band ein gutes Weihnachten«, gibt sich Marty Colombatto, Staccatos CEO, zuversichtlich. Guten Grund dazu hat er, denn der neue Single Chip ist nur noch halb so groß, halb so teuer und halb so energiehungrig wie sein Vorgänger SC3500, den Staccato der staunenden Welt bereits Anfang 2006 schlicht als »Ripcord« vorstellte.

Der neue Chip ist der erste seiner Art und verspricht nun den schon seit Jahren herbei geredeten Durchbruch für die breitbandige Kurzstreckenfunktechnik UWB. »Vor allem die geringeren Chipkosten ermöglichen für UWB-Massenanwendungen eine Bill of Material unter 10 Dollar«, sagt Colombatto, der sich auch gar nicht lange mit der Frage aufhält, welche nun die erste Massenapplikation sein wird. »Die UWB-Killerapplikation ist der Preis«, stellt der CEO lapidar fest.

Klar ist aus seiner Sicht allerdings, dass UWB vor allem zunächst über PCs, insbesondere mobile PCs, seinen Weg in den Markt finden wird. Diese Geräte haben erfahrungsgemäß großen Bedarf an einfach zu realisierenden Verbindungen mit digitalen Camcordern, Beamern, Recordern, Abspielgeräten, Bildschirmen etc. Auch die Hersteller solcher Geräte kommen deshalb als weitere Zielgruppe für UWB in Betracht. Später ist nach Ansicht Colombattos auch mit einem Einsatz in Smart Phones zu rechnen.

Staccato muss die Markteinführung nicht alleine durchziehen: Mit der koreanischen LG Innotek haben die Amerikaner einen renommierten Technologiepartner und Schlüsselkunden ins UWB-Boot geholt. »Ripcord2 bietet alle Merkmale, die UWB zu einer lebensfähigen Technologie für den Einsatz in Massenprodukten machen«, sagt LGs Chefentwickler Kyung Soo Park. »Die enge Zusammenarbeit mit Staccato hat es uns ermöglicht, eine integrierte Modul-Lösung zu schaffen, die nur 8,5 x 6 mm misst und mit etablierten Funklösungen wie Bluetooth und Wi-Fi vergleichbar ist.«

Wird LG somit der Hauptanbieter für UWB? »Für viele Kunden und Marktsegmente wird LG eine große Rolle spielen«, prognostiziert Colombatto, »aber die Partnerschaft schließt nicht aus, dass wir selber Kunden suchen.« Das dürfte Staccato nun leichter fallen: Zum einen hat er einen starken Partner an der Seite, zum anderen ein Produkt, das sowohl der Spezifikation Wireless USB 1.0 als auch der von der WiMedia Alliance definierten »UWB Common Radio Platform« entspricht.

»Die Designs, die mit Ripcord1 entstanden, waren kaum mehr als Kabelersatz, der nur ein Protokoll unterstützte und zu wenig Datendurchsatz bot«, berichtet Colombatto und fügt hinzu: »Das ist aber weniger als UWB kann und auch weniger als Wireless USB und die WiMedia Alliance wollen. Wir haben deshalb nicht nur einen Die-Shrink gemacht. Ripcord2 bietet unter anderem einen protokollunabhängigen Kern zur Unterstützung multipler Protokolle und kann mit Schnittstellen zu USB 2.0 und SDIO 2.0 aufwarten.«

Auch andere Hausaufgaben hat Staccato übrigens mit dem Re-Design erledigt: Ripcord 2 unterstützt die WiMedia-Frequenzbänder der Gruppe 1, 3 und 6 und beherrscht »Detection and Avoidance«. Diese beiden Merkmale sind inzwischen unabdingbar, damit einem globalen Einsatz von UWB nichts mehr im Wege steht.