DSL-Produktfeuerwerk zum Unternehmensstart

Zwar stellt Infineon die Neuheiten vor, das Geschäft wird aber wohl der künftige Spin-off Lantiq machen. Besonders interessant: Mit Metallic Line Testing (MLT) will das Unternehmen die Testkosten für DSL-Verbindungen um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Mit zwei neuen DSL-Produktfamilien und der Testlösung MLT will Infineon Technologies Zeichen setzen, sowohl auf dem »Broadband World Forum« in Paris als auch für den kommenden Geschäftsbetrieb von Lantiq, die durch einen Investor heraus gelöste Wireline Communication Division von Infineon. »Genau so ist es auch gedacht«, bestätigt Christian Wolff, President Wireline Communications Division von Infineon Technology und designierter Chef von Lantiq. »Wir haben in den letzten Monaten die Entwicklungen nicht nur vorangebracht, um neue Produkte zu haben, sondern auch um die weitere Stoßrichtung des Unternehmens aufzuzeigen.«

Ein besonderer Paukenschlag ist dabei das Metallic Line Testing. »Damit können Netzanbieter DSL-Verbindungen im laufenden Betrieb testen, ohne die Übertragungsgeschwindigkeit zu beeinträchtigen«, betont Wolff. Gleichzeitig können bis zu 90 Prozent der Testkosten entfallen, da der MLT-Controller auf der DSL-Linecard Platz findet und keine Switch-Matrix und externe Testgerätschaften benötigt werden. Weil immer mehr Telefonfestnetzkunden auf Voice-over-IP-Lösungen wechseln, verlangt dieser »All Digital Loop«-Ansatz auch eine neue Testmethode, um die Service-Qualität zu prüfen. »Für die Carrier ist es dabei besonders wichtig, dass ihre Software-Infrastruktur erhalten bleibt und die Tests völlig transparent für den DSL-Betrieb sind«, erklärt Wolff. »Wir konnten diese Technologie entwickeln, weil wir die Erfahrung mit analogen Linecards und DSL haben, und dies nun für MLT zusammenführen konnten.«

Zeichen setzten will Infineon/Lantiq auch durch die Erweiterung seiner »XWay«-Produktfamilien. So adressiert der neue »XWay VRX200« Gigabit Home Gateways auf Basis von VDSL und ADSL. Der Chipsatz unterstützt alle sechs Bänder des VDSL2-Standards und hat eine integrierte Gigabit Switch Fabric für zwei Gigabit- oder vier Fast-Ethernet-Ports. »Für diese reinrassige Innovation haben wir auf die 65-nm-Technologie gesetzt und konnten so den Footprint und den Stromverbrauch halbieren«, erläutert Wolff. Nicht ganz so rasant sind die neuen »XWay Compact«-Familienmitglieder für ADSL-Zugangsgeräte, dafür ist allerdings WLAN-Funktionalität (802.11n 1x1) geboten – eigentlich überraschend für eine Wireline-Company. »Unser Kerngeschäft ist Wireline«, bestätigt Wolff, »aber wir sind auch lösungsorientiert. Für ein Home-Network braucht man deshalb auch Wireless-Technologien wie WLAN und DECT«.

Alle neuen Familienmitglieder erfüllen problemlos die Forderungen des European Code of Conduct (CoC). »Das ist für uns als Europäer eine sehr wichtige Zielsetzung gewesen«, betont Wolff. »Diese Geräte sind millionenfach im Einsatz, da summiert sich eine Ersparnis von 1 W schnell zur Kraftwerksgröße auf.«