Drei in einem: Single-Chips machen Handys preiswert

Preisbewusste Mobiltelefonierer, denen die Basisfunktionalitäten des mobilen Telefons genügen, können sich dank der Ultra-Low-Cost-Handy-Modelle (ULC-Handy-Modelle) ebenfalls schicke neue Handys leisten. Chiphersteller treiben die Entwicklung der Single-Chips voran, auf denen die ULC-Handys basieren.

Als Ultra-Low-Cost-Handys (ULC Handys) gelten Mobiltelefone, deren Endkundenpreise unter 40 Euro liegen. Sie sind für eine breite Anwenderschicht in Schwellenländern interessant, wo die Mehrheit der Bevölkerung über geringe finanzielle Mittel verfügt. Jedoch stoßen sie auch in Industrieländern auf große Beliebtheit.

Laut dem ITK-Branchenverband Bitkom wuchs selbst in dem eigentlich gesättigten Mobilfunkmarkt Deutschland das Gesprächsaufkommen in den letzten drei Jahren um fast 12 Prozent. Bis zum Jahresende wird es nach Bitkom-Schätzung 110 Mio. Mobilfunkkarten in Deutschland geben.

Eine Erklärung für diese »Übersättigung« ist der Trend zu einem zweiten Mobilfunkanschluss; er untermauert den Bedarf für ULC-Handys. Handy-Nutzer, die nur auf die Telefonie-Grundfunktionen Telefonieren und SMS Wert legen, Prepaid-Kartennutzer und Zweit-Handy-Besitzer zählen also zu den potenziellen ULC-Kunden. Sie wollen ein preiswertes Handy-Modell, das vorzugsweise ein aktuelles und schickes Design bietet.

Um diese preisgünstigen Handy-Modelle zu ermöglichen, bieten Halbleiterhersteller spezielle ULC-Chips an. Sie integrieren verschiedene Funktionen, die sonst mehrere Chips erfüllen, auf einem Chip. Weil der Handy-Hersteller nur noch einen Chip benötigt, reduzieren sich für ihn Material- und Entwicklungskosten. Wichtig sind auch der geringere Platzbedarf und die geringere Leistungsaufnahme.

»Kostendruck spielt eine entscheidende Rolle«

»Gerade im Low-Cost-Bereich spielt der Kostendruck eine entscheidende Rolle. Durch die hohe Integration können mehr Funktionen vorgetestet werden. So verringert sich die Zeit bis zur Markteinführung«, beschreibt Georg Schweighofer, Director Marketing der CDMA Technologies von Qualcomm, die Vorteile der ULC-Chips.

Da sich Qualcomm auf den 3G-/UMTS-Markt spezialisiere, biete das Unternehmen auch nur hier seine Single-Chips im Low-Cost-Segment an. »Mit dem QSC, dem Qualcomm Single Chip, können Netzbetreiber ihre Kunden an 3G heranführen. GSM ist hier natürlich integriert – reine 2G- Chipsätze werden von Qualcomm allerdings nicht angeboten«, erklärt Schweighofer weiter.