Deutscher Kommunikationsmarkt vor weiterer Konsolidierung

Die zunehmende Marktsättigung sowie weiter fallende Preise führen in der deutschen Telekommunikationsindustrie zu deutlichen Verschiebungen und einer weiteren Konsolidierungs- bzw. Übernahmewelle.

Nur wenige Telekommunikationsanbieter realisieren durch Zusammenschlüsse derzeit erhebliche Kostenvorteile im Netz- und Servicebetrieb. Letztlich lastet eine konsolidierte Kundenbasis die Festnetz-, Breitband- und Mobilfunknetze besser aus. Mit derartig optimierten Strukturen gehen die großen Netzbetreiber strategisch gestärkt aus der aktuellen Situation hervor.

Für den anstehenden Ausbau der Glasfasernetze und die Infrastruktur für den neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) muss die Telekommunikationsbranche in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen schultern. Gleichzeitig sinkt der Umsatz in den Kernmärkten der bisher von zweistelligen Zuwachsraten verwöhnten Mobilfunk- und Festnetzanbieter im Schnitt um 1,1 Prozent bis 2012.

Damit reduziert sich der Gesamtumsatz in Deutschland für klassische Sprach- und Datendienste trotz der signifikant ansteigenden transportierten Volumina von 44,3 Mrd. Euro in 2008 auf 42,4 Mrd. Euro in 2012. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, welche die internationale Strategieberatung Booz & Company unmittelbar im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona vorstellte.

Weitere Ergebnisse der Studie: Bei zunehmenden Erfolg von Festnetz- und Mobilfunkpaketen lassen sich gleichzeitig die Betriebskosten pro Kunde um 3 bis 4 Prozent senken und damit die Profitabilität in der gleichen Größenordnung steigern.

Prognostiziert wird auch eine Aufwertung der Dienstepalette durch Zusatzpakete wie Navigation, Musikdownloads oder Mobile Video zu den Sprach- und Zugangsangeboten. Dabei werden auch diese Dienste über gestaffelte Pauschalangebote im Markt platziert werden.