Crowdfunding-Projekt gescheitert Das Ubuntu Edge bleibt ein Technik-Traum

32 Millionen Dollar wollte die Londoner Softwarefirma Canonical über die Crowdfunding-Plattform indiegogo auftreiben, um das Handy mit den weltbesten Hardwarekomponenten Wirklichkeit werden zu lassen. Trotz großen Medienrummels wurde dieses Ziel klar verfehlt.

Mit 4GB RAM, 128GB Flash-Speicher und drei Betriebssystemen sollte das Ubuntu Edge (wir berichteten) der Pionier der nächsten Smartphone-Generation werden – und hätte alle aktuellen Top-Modelle in den Schatten gestellt. In 30 Tagen Laufzeit konnte das Projekt auf indiegogo zwar 12,8 Mio. US-Dollar von knapp 20.000 Unterstützern einsammeln und brach damit sämtliche Rekorde. Dennoch wurde das Investitionsziel nicht einmal zur Hälfte erfüllt. Die Höhe der angestrebten Summe begründete man offiziell mit dem Preis des Einzelgeräts, den man nur bei einer ausreichenden Menge (von etwa 40.000 Stück) hätte im Rahmen halten können.

Bilder: 10

Hardware-Hammer Ubuntu Edge

Der Ubuntu-Edge-Prototyp von Canonical

Canonical und das Ubuntu Edge-Team können der Crowdfunding-Aktion dennoch Positives abgewinnen. »Zwar wollten wir leidenschaftlich gern das Edge bauen, um Ubuntu in einem Telefon vorzuführen. Aber die Unterstützung und Aufmerksamkeit, die es erhielt, wird dennoch ein riesiger Schub für andere Ubuntu-Phones sein, die ab 2014 erhältlich sein werden«, schreibt Canonical-Gründer Mark Shuttleworth in der Zusammenfassung des Projekts. Darin wurde auch einer der großzügigsten Spender genannt. Demnach unterstützte Bloomberg die Kampagne mit 80.000 Dollar. Auch einige kleinere Unternehmen hätten sich mit je 7.000 Dollar beteiligt. Alle Geldgeber erhalten ihre Zahlungen nun innerhalb von fünf Werktagen zurück.

Linux-Fans müssen nun auf die angekündigten Ubuntu-Handys warten, die sicher in einer anderen, massentauglicheren Liga spielen werden als das Edge. Diese dürften vom medialen Erfolg der Edge-Kampagne profitieren. So sind viele große Netzbetreiber, darunter auch die Deutsche Telekom, bereits Mitglied in der »Ubuntu Carrier Advisory Group« und sollen die Entwicklung der Open-Source-Smartphones vorantreiben. Termine für die Markteinführung solcher Produkte wurden bis heute allerdings nicht genannt.