Das Radio, das sich selbst aufnimmt

Die Zusammenführung von Podcast-Prinzip und klassischer Rundfunkausstrahlung war der Leitgedanke für das Projekt „Mailbox-Radio“, das das Institut für Rundfunktechnik auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin zeigte. Aus der Demonstration könnte ein künftiger Mehrwertdienst für das kommende terrestrische Digitalradio werden.

Die Zusammenführung von Podcast-Prinzip und klassischer Rundfunkausstrahlung war der Leitgedanke für das Projekt „Mailbox-Radio“, das das Institut für Rundfunktechnik auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin zeigte. Aus der Demonstration könnte ein künftiger Mehrwertdienst für das kommende terrestrische Digitalradio werden.

Hätte man vor zehn Jahren eine Umfrage durchgeführt, wie das Radio von heute aussehen werde, so hätten sicherlich die meisten Fachleute den digitalen Empfang als die wichtigste Neuerung genannt. Und tatsächlich gab es zwei Initiativen, die dann auch „on air“ gingen: DAB, der digitale Audio-Broadcast, war mangels Akzeptanz ein einziger Flop. Vom zweiten Digitalradio, dem DRM, ist noch nicht einmal die Bedeutung der Abkürzung bekannt, denn DRM wird gemeinhin mit „Digital Rights Management“ gleichgesetzt. Im Bezug auf Digitalradio ist damit jedoch „Digital Radio Mondiale“ (www.drm.org) gemeint, der digitale Empfang über Kurzwelle. Auch diese Technik konnte sich noch nicht durchsetzen, weil die Zahl der Empfangsgeräte noch sehr klein ist. Was hingegen einen beispiellosen Siegeszug hinter sich hat, sind tragbare Musikabspielgeräte, allen voran der iPod von Apple. Der iPod hat mit dem Podcast gar ein neues Produktionsformat etabliert. Die Absicht beim Podcast war, auch Amateuren die Produktion und weltweite Verbreitung einer „Sendung“ zu ermöglichen. Ziemlich schnell erkannten aber auch die nationalen Rundfunkgesellschaften das Potential des neuen Formats und veröffentlichten ausgestrahlte Sendungen als Podcast.

Im Grunde genommen ist das Format „Podcast“ so neu gar nicht. Seit Erfindung des Tonbandgerätes und erst recht des Kassetten-Recorders haben Musikfreunde Sendungen mitgeschnitten. Für den Konsumenten stellt der Komfort, mit dem die „Sendungen“ bzw. Podcasts abgerufen werden können, eine neue Art der Nutzung dar. Statt umständlichem Programmieren der Aufnahmezeit und eventuellem Schneiden von Vor- und Nachlauf reicht ein Mausklick.