Gerüchte um Apple Das nächste iPhone: Schnell, billig, bunt?

Welche iPhone-Modelle Apple auch immer im September präsentiert – das 5S, 5C, 6 oder Mate – vermeintliche Insider-Informationen im Netz gibt es zuhauf. Wir zeigen die heißesten und verrücktesten Trends und schüren die Vorfreude auf das neue High-End-Smartphone mit dem angebissenen Apfel.

Je näher eine kolportierte iPhone-Enthüllung rückt, desto häufiger melden sich »gut informierte Quellen« oder »Branchenkenner«, um mit ihrem exklusiven Wissen die Neugier der Massen zu befriedigen. In diesem Jahr soll das neue Apple-Flaggschiff am 10. September vorgestellt werden und zehn Tage später bereits in den Verkauf starten. Das berichtete AllThingsD mit Bezug auf interne Quellen. Die Meldung wurde von nahezu allen renommierten Medien aufgegriffen. Für Japan wurden die Termine von Nikkei bestätigt. Doch welche sonstigen Gerüchte haben es diesmal in die weltweiten Blogs und Technikportale geschafft? Wir fassen zusammen:

Der Name

Das Unwissen über Apples neues Produkt beginnt schon beim Namen. Kommt ein iPhone 5S oder doch ein iPhone 6? Auf der ungarischen Apple-Website ist vor ein paar Tagen eine iPhone-Hülle für das 5S aufgetaucht, was für die erstgenannte Variante sprechen würde. Zwar wurde die Bezeichnung aus dem Angebot entfernt, doch in der URL ist immer noch »5S« zu lesen. Für diese Bezeichnung sprächen auch die ersten chinesischen Informationen zum Design des neuen iPhones, welches sich äußerlich kaum vom Vorgänger, dem iPhone 5, unterscheiden soll. Das »S« hatte Apple bereits zuvor verwendet, wenn das neue iPhone formgleich zu seinem Vorgänger blieb.

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Apples iPhones 2013: 5S und 5C

Die Gerüchte um Apples neue iPhones 5S, 5C, 6

Technische Details: Der Leistungssprung

Während zunächst von einer Weiterentwicklung der aktuellen Apple A6-CPU ausgegangen wurde, mehren sich nun die Indizien für einen neuen Chip. Fox-News-Moderator Clayton Morris will erfahren haben, dass das neue iPhone mit einem Prozessor ausgestattet ist, der 31 Prozent leistungsfähiger ist als beim iPhone 5. Der neue Chip soll dem bekannten Muster folgen und die Bezeichnung A7 tragen, was auch Fotos auf macrumor belegen sollen. Wie die Korea Times mit Verweis auf einen lokalen Partner von Samsung berichtete, wird das neue SoC nicht mehr von Samsung, sondern von TSMC im 20-Nanometer-Verfahren gefertigt. Der A7 könnte sogar auf 64bit-Basis laufen, sodass mehr Arbeitsspeicher angesprochen würde. Dies wäre einzigartig unter den bekannten Smartphones und würde vor allem grafisch anspruchsvolle Anwendungen mit Animationen oder Transparenz-Effekten begünstigen.

Ming-Chi Kuo von KGI Security, der schon mehrfach Insiderwissen zu Apple-Produkten preisgab, kündigte gegenüber 9to5mac an, das iPhone 5S habe einen Homebutton aus kratzfestem Saphir. Dieser sei konvex anstatt konkav geformt und würde leicht aus dem Gehäuse ragen, um für den darunter liegenden Fingerabdruck-Scanner Platz zu machen. Dieser könnte von der Firma AuthenTec beigesteuert werden, die im letzten Jahr von Apple aufgekauft wurde. Hinweise auf diesen Sensor wurden auch schon im Quellcode von iOS 7 entdeckt.

Weitere im Netz gehandelte Details zu den technischen Spezifikationen umfassen einen NFC-Chip, eine 12-Megapixel-Kamera mit dualem LED-Blitz und ein leicht verbesserter Akku. Der Arbeitsspeicher könnte von einem auf zwei Gigabyte wachsen. Beim Display wird ein 4 Zoll großer IGZO-Bildschirm von Sharp erwartet, der 1136 × 640 Pixel auflösen soll. Online ist sogar schon ein angeblicher Vergleich des alten iPhone-Displays mit dem neuen zu finden. Darüber hinaus soll ein spezieller Bewegungssensor verbaut sein, welcher der Kamera zu besserer Bildqualität verhelfen soll. In Sachen Funktechnik könnte das iPhone 5S auf das LTE-Modul RF360 von Qualcomm setzen, welches alle LTE-Frequenzen weltweit unterstützen soll. In Sachen Speicherkapazität wird gerätselt, ob nach dem iPad nun auch im iPhone bis zu 128GB wählbar sein werden.

»Billig«-iPhone 5C

Wie der Zulieferer Tactus berichtet, soll in diesem Jahr erstmals eine günstigeres Modell des aktuellen iPhones auf den Markt kommen. Das iPhone 5C (C für »cheap«?) wird Spekulationen zufolge aus Plastik bestehen und in mehreren Farben erhältlich sein. Entsprechende Bilder des Gehäuses kursieren bereits massenweise im Netz, auch soll das Plastik-iPhone bereits Langzeittests durchlaufen haben. Das 5C besitzt wohl eine abgespeckte Hardware und soll zwischen 349 und 399 Dollar (261-299 Euro) kosten. Spekulationen zufolge könnte es von dem älteren A5-Prozessor angetrieben werden und eine 5-Megapixel-Kamera sowie ein 3,5 Zoll-Display besitzen, ähnlich wie das iPhone 4S. Womöglich muss man im 5C auch auf Siri verzichten.

iPhone mit größerem Bildschirm

Immer wieder wird auch über ein iPhone mit größeren Bildschirmabmessungen spekuliert, obwohl Apples CEO Tim Cook sich gegenüber ABC News dagegen aussprach. Das unter dem Namen »iPhone Mate« gehandelte Gerät soll ein 4,8-Zoll-Display besitzen, wie Weiphone vermutet. Dass sich Apple dem Trend zu immer größeren Smartphones beugt, ist allerdings eher fraglich.

Goldbarren für China

Neben Weiß und Schwarz könnte das iPhone 5S erstmals auch in Gold angeboten werden. Es handle sich dabei eher um ein elegantes Gold, das in Richtung Champagner geht. Das soll eine klare Unterscheidung zum iPhone 5 ermöglichen und sei vor allem für den rasant wachsenden chinesischen Luxusgüter-Markt interessant. Die Farbe sei in China sehr beliebt und in der Herstellung auf einfache Weise zu erreichen. Ob die vergoldete Version preislich höher zu Buche schlägt, ist noch nicht abzusehen. Wie der Blogger Sonny Dickson zeigt, ist wahrscheinlich auch eine graue Version des iPhones geplant. Ein iPhone 5S in vier verschiedenen Farben wäre auf jeden Fall eine Neuheit.

Und wir warten

Die unzähligen Berichte über die kommende iPhone-Generation führen zwangsläufig auch zu Falschmeldungen. Es tauchen Vorserien- oder Entwicklungsmodelle auf, es werden Bilder gefälscht und Wünsche als Wahrheiten formuliert. Dennoch verdichten sich einige Informationen zunehmend, sodass man sich zumindest ein grobes Bild machen kann. So wird das neue iPhone sich optisch nicht grundlegend vom aktuellen Modell unterscheiden. Eine goldene Version und auch eine günstigere Plastik-Variante sind durchaus denkbar. Doch was uns Apple in gut zwei Wochen tatsächlich präsentieren wird, lässt sich trotz der Informationsflut nicht sicher sagen. Da heißt es weiter: Abwarten. Die Zeit bis zum 10. September kann man mit den teilweise wirklich gelungenen Konzeptfotos und -videos verkürzen.