Das kleinste Radio der Welt

Ein Forscherteam unter Alex Zettl, der an der University of California, Berkeley, im Center of Integrated Nanomechanical Systems der National Science Foundation (NSF) tätig ist, hat ein Radio aus einem einzelnen Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) entwickelt. Von den Abmessungen her passt es in die Krallen an einem der vorderen Beine einer Ameise.

Ein Forscherteam unter Alex Zettl, der an der University of California, Berkeley, im Center of Integrated Nanomechanical Systems der National Science Foundation (NSF) tätig ist, hat ein Radio aus einem einzelnen Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) entwickelt. Von den Abmessungen her passt es in die Krallen an einem der vorderen Beine einer Ameise.

Es hört sich einfach an: Man nehme ein schwingfähiges Nanoröhrchen, fixiere dieses auf einer Elektrode, setze eine zweite Elektrode daneben und schon funktioniert das Element als Radio mit allen erforderlichen Bauteilen: Antenne, abstimmbares Filter, Verstärker und Demodulator. Eine kleine Randbedingung: Der Sender sollte aus Gründen der notwendigen Empfangssignalstärke das Radiosignal im gleichen Raum abstrahlen. Dann aber funktioniert dieser Ein-Bauteil-Empfänger und kann die empfangenen Signale über einen angeschlossenen NFVerstärker mit Lautsprecher wiedergeben. Und dies funktioniert über einen Bandbreitenbereich, wie er für kommerzielle Radios üblich ist.

Eine der Aufgaben der NSF besteht darin, sehr kleine Sensoren zu entwickeln, die drahtlos kommunizieren können. Die hier vorstellte Entwicklung könnte für eine Überwachung des Blutflusses oder für winzigste Mobilfunkbausteine genutzt werden. Darüber hinaus soll geklärt werden, wie sich einzelne Molekül-Komponenten zu Systemen zusammenfügen lassen, die ausschließlich aus molekularen Strukturen bestehen. Das hier entwickelte Nanoradio (Namensvorschlag „Zwergempänger) ist ein gutes Beispiel dafür: Es besteht aus einer molekularen Struktur, die gleichzeitig mehrere Funktionen ausführen kann.