Asiaten wollen Balda

Vier Elektronik-Konzerne aus Asien sollen den Vorstand des ostwestfälischen Handyzulieferers Balda auf eine strategische Partnerschaft angesprochen haben.

Laut Medienberichten haben sich drei taiwanische Elektronikhersteller - Asustek, Quanta Computer und Foxconn - beim Balda-Vorstandsvorsitzenden Joachim Gut gemeldet und ihr Interesse signalisiert. Die größten Erwartungen setzen Balda-Insider jedoch in den Konzern Flextronics aus Singapur.

Eine der diskutierten Optionen ist die komplette Übernahme von Balda. In einem ersten Schritt soll zunächst ein Aktienpaket von 29 Prozent erworben werden. Damit bliebe der Käufer unterhalb der Schwelle, an der er allen Aktionären ein Angebot für ihre Anteile vorlegen müsste.

Insbesondere das Know-how, das Balda in punkto Touch-Applikationen anbietet, macht das Unternehmen für andere interessant. So können Anwender etwa beim neuen iPhone von Apple per Finger Bilder drehen, vergrößern und verkleinern und zahlreiche andere Funktionen nutzen. Obwohl Balda aus Vertraulichkeitsgründen keine Aussagen zu Apple machen darf, ist in der Branche unbestritten, dass Balda-Technik auch im iPhone steckt.

Marktbeobachter erwarten deshalb, dass sich Flextronics, der weltgrößte Auftragsfertiger von Elektronik, am stärksten um Balda bemüht. Der Konzern mit rund 100.000 Mitarbeitern hat nach Brancheninformationen bislang keinerlei Multi-Touch-Kapazitäten - anders als etwas Foxconn aus Taiwan. Durch die Integration von Balda würde Flextronics seine Angebotspalette ausweiten und einen Wettbewerbsnachteil vermeiden.