Ankündigungen zu Femtochips mehren sich

Zu picoChip, dem einzigen Femtozellen-Chiphersteller, der Lösungen ausliefert, gesellen sich mit Qualcomm, Texas Instruments und Percello weitere Anbieter hinzu. Manche kündigen die Entwicklung, andere bereits die Auslieferung von Femtochips an.

Wer allerdings glaubt, dass Vorreiter picoChip angesichts der drohenden Konkurrenz namhafter Kommunikations-IC-Hersteller nun Angst und Bange wird, der irrt: »Wir begrüßen diese Entwicklung, die zeigt, dass die Marktführer in der Wireless-Szene den Femtozellenmarkt als strategisch wichtig einschätzen«, freut sich Rupert Baines, Vice President Marketing von picoChip.

Die Entwicklung begründet sich durch weltweit positiv verlaufende Femtozellen-Pilotprojekte und die Fortschritte bei der Standardisierung. Der Vorreiter picoChip bietet, basierend auf dem PC202-Prozessor, bereits unterschiedliche Designlösungen an. Während des »Mobile World Congress« in Barcelona stellte der Anbieter unter der Bezeichnung PC8219 ein neues HSPA-Femtozellen-Reference-Design vor, das für acht Benutzer vorgesehen ist. Damit trägt der englische Chipdesigner der Entwicklung Rechnung, dass Femtozellen nun auch für Unternehmenskunden interessant werden.

Der PC8219 entspricht der Version 6 des UMTS-Standards und bedient die femto-spezifischen Eigenschaften von Version 8. Neben den wichtigsten 3G-Standards unterstützt das Design, an deren Entwicklung sich zwei Topkunden von picoChip beteiligten, auch WiMAX und LTE. Die Lösung ermöglicht eine Telefonanlage für kleine Unternehmen mit High-Speed-Datenübertragung, Sprach- und Multimedia-Eigenschaften.

Bereits zweite Generation in der Pipeline

Mit dem PC302 hat picoChip auch schon die zweite Generation seiner Femtozellen-Prozessoren in der Pipeline. Die in 65-nm-Strukturen gefertigte Single-Chiplösung für HSPA-Femtozellen unterstützt vier Benutzer und ermöglicht Datenraten von 14,4 MBit/s im Downlink und 5,7 MBit/s im Uplink. Niedrigere Material- und damit auch Endkosten sollen, wie der niedrigere Stromverbrauch, zu einer schnellen Verbreitung der Femtozellen beitragen. Über einen Upgrade- Pfad lassen sich weitere Benutzer, höhere Leistung und zusätzliche Schnittstellen zu anderen Mobilfunksystemen wie LTE realisieren.

Für 2010 hat Qualcomm in Barcelona die Verfügbarkeit von 3G-Femtozellen-Chipsätzen angekündigt. Die Femtocell-Station-Modem-Chipsätze (FSM) sind für 3GPP HSPA+ und CDMA2000 ausgelegt. Sie sollen Basisbandfunktionen und RF-Funktionen für alle bedeutenden Wireless-Bandbreiten bieten. Um die Überlagerungsproblematik zwischen Femtozellen und Makronetzwerken zu beheben, sind innovative Technologien angekündigt. Mit FSM-Lösungen will Qualcomm zum Beispiel sowohl Heimanwender als auch Unternehmenskunden bedienen.

Texas Instruments hat im Dezember eine DSP-basierende Femtozellenlösung vorgestellt, die entsprechend der gewünschten Anwendung programmiert werden kann. »Weil der Femtozellenmarkt noch in den Kinderschuhen steckt, haben wir uns mit dieser programmierbaren Lösung entschieden, eine flexible Lösung anzubieten«, erläutert Josef Alt, Business Development Manager Communication Infrastructure bei Texas Instruments. Es gebe ganz unterschiedliche User-Szenarien, so dass man noch nicht sagen könne, wohin die Reise genau gehe. »Vor einem Jahr gingen die Branchenexperten noch von vier Anwendern pro Femtozelle aus, inzwischen ist von 8 und 16 im Enterprise-Segment die Rede«, sagt Alt weiter.