Android auf MIPS: Consumergeräte im Visier

Nach dem anfänglichen Erfolg im Mobiltelefonmarkt soll Android nun im Digital-Consumer-Bereich Fuß fassen. MIPS Technologies macht nun die Android-Plattform auf seiner Standard-MIPS-Architektur verfügbar. Derzeit soll dafür auch der MIPS-optimierte Quellcode öffentlich zugänglich gemacht werden.

Der Schritt, Android nun im Digital-Consumer-Bereich zu etablieren, wird von mehreren Ecosystem-Partnern unterstützt (weitere sollen folgen) und bringt Android der weltweiten MIPS-Entwicklergemeinde näher. Damit lässt sich die Android-Plattform in Consumergeräte wie Digital-TV-Geräte (DTV), mobile Internetgeräte (MIDs), digitale Bilderrahmen und Settop-Boxen integrieren. Wir fragten zu diesem Thema Stefan Büchmann, VP Sales EMEA bei MIPS Technologies.

Aus welchen Bereichen neben dem Mobilfunksegment sind evtl. demnächst auf Basis der MIPS-Architektur und der Android-Plattform Geräte für den breiten Anwenderbereich zu erwarten?

Wir glauben, dass sich Android über den Mobilfunkbereich hinaus auch für einige andere Märkte zur Standardumgebung entwickeln kann. Mobile Internet Devices (MIDs), Netbooks, digitale Fernseher, Set-Top-Boxen und andere Home-Entertainment-Geräte sind Beispiele. Wir erwarten, dass die ersten Geräte bis Ende dieses Jahres eingeführt werden – diese Geräte werden höchstwahrscheinlich mit einer zu Mobiltelefonen ähnlichen Bedienungsoberfläche (z.B. Touchscreen) ausgeliefert werden. Beispiele sind Home-Media-Player, digitale Bilderrahmen und MIDs. Andere Geräte, mit anderen Bedienkonzepten (z.B. Fernsteuerung), werden unserer Erwartung nach etwas länger brauchen, um in den Markt zu kommen.

Warum ist gerade die MIPS-Architektur Ihrer Meinung nach optimal geeignet für derartige Implementierungen?

Die MIPS-Architektur ist für ein breites Spektrum von Multimedia-Applikationen sehr gut geeignet und wurde von Anfang an im Hinblick auf die hohe Performanz entwickelt, welche von Multimedia-Applikationen benötigt wird. Diese Applikationen brauchen einen Prozessor, der mehr kann als ein Prozessor, der nur für kleine Codegröße und Energieeffizienz entwickelt wurde.

Die Linux-Performance und die Leistung von auf MIPS-Prozessoren laufenden virtuellen Maschinen ist typischerweise besser als die unserer Mitbewerber. Dies spiegelt sich auch in den Android-Ergebnissen wider. Der große Registersatz sowie die saubere, moderne Implementierung der MIPS-Architektur kann ein Vorteil bei Androids Register basierten virtuellen Maschine Dalvik sein. Die Multimediageräte von morgen brauchen einen Prozessor, der für hohe Performance gebaut ist, aber auch wenig Siliziumfläche und wenig Strom verbraucht – dies ist die MIPS-Architektur.

Welche Form der Entwicklungsunterstützung kann von MIPS geboten werden?

MIPS stellt eine umfassende Entwicklungsumgebung in allen Bereichen der Produktentwicklung zur Verfügung. Diese Umgebung wird erweitert, um die Android-Entwicklung zu unterstützen. Die Werkzeuge werden den Kunden helfen, existierende Software auf das Android-Framework zu portieren. Zusätzlich kooperieren wir mit Partnerfirmen wie Embedded Alley und Viosoft. In den Bereichen Entwicklungs-Tools und Systemintegration machen wir unseren Kunden damit die Portierung so einfach wie möglich.

Wie sehen die weiteren Roadmap-Schritte der MIPS-Architektur aus?

MIPS ist führend bei Multi-threaded und hoch performanten Cores und wir sind darauf fokussiert, diese Entwicklung fortzusetzen und unsere Führungsposition auszubauen. Dies beinhaltet die Weiterentwicklung unserer High-end-32-bit Prozessoren mit Multi-Threading und Multi-Processing-Technologie, aber auch den Ausbau unserer breiten Auswahl an Mid-range-Prozessoren. Darüber hinaus werden wir unsere auf den Leistungsverbrauch und die Silizium-Fläche optimierten Prozessoren weiterentwickeln. Wir werden auch unsere Industriestandard-Architekturen MIPS32 und MIPS64 mit ihren applikationsspezifischen Erweiterungen (ASE) vorantreiben. Zu gegebener Zeit werden wir über den Fortschritt dieser Entwicklungen informieren.