Allianz für das »Internet of Things«

Die neu gegründete IPSO Alliance will die Vernetzung allerlei intelligenter Gegenstände mit Hilfe des Internetprotokolls (IP) vorantreiben. Zu den Gründungsmitgliedern gehören einige Schwergewichte der IT-Branche wie Cisco, SAP und Sun Microsystems, aber auch Halbleiterhersteller wie Atmel, Jennic, Freescale und Zensys.

»IPSO steht für ›Internet Protocol for Smart Objects‹«, erläutert IPSO-Sprecher Endale Mitiku, der als Vice President Marketing des finnischen Sensornetz- Spezialisten Sensinode Mitgründer der IPSO Alliance war. Die Ausrichtung der neuen Initiative beschreibt er so: »Wir sind vor allem eine Marketing-Allianz und wollen es der Industrie einfach machen, IP für die plattformunabhängige Vernetzung ihrer intelligenten Gegenstände einzusetzen.« Insofern versteht sich die neue Allianz als Ergänzung zur IETF (Internet Engineering Task Force), die sich zwar intensiv mit technischen Fragen im Zusammenhang mit dem IP beschäftigt, aber kein Marketing betreibt.

Angesichts einer unüberschaubaren Zahl bereits bestehender firmenspezifischer Kommunikationsprotokolle und einschlägiger Industrie-Allianzen wie bei ZigBee und Z-Wave usw. stellt sich die Frage, warum es noch eines weiteren Bündnisses bedarf. Mitiku: »Die bisherigen Allianzen propagieren plattformabhängige Vernetzung. Das IP hat sich in den letzten Jahren als die effektivste und am besten skalierbare Netzwerktechnologie herauskristallisiert und ist nicht auf ein bestimmtes physikalisches Medium festgelegt.

Das gilt nicht nur in der traditionellen IT, sondern auch in Anwendungen, die Geräte mit geringem Stromverbrauch, wenig Speicherbedarf und besonders stabiler Bauweise benötigen oder mehrere zehntausend oft unbeaufsichtigte Geräte voraussetzen.«

Man spricht in diesem Zusammenhang oft vom »Internet of Things«. Dieser Begriff beschreibt die Vorstellung, dass unzählige Gegenstände IP-fähig werden und so dazu befähigt sind, über das Internet miteinander in Kontakt zu treten. In der Tat würde eine universelle, plattformunabhängige Vernetzung den flexiblen Einsatz von Embedded-Anwendungen enorm steigern.

Eine essenzielle Bedingung müssen aber auch solche per IP vernetzten Geräte auf jeden Fall erfüllen: die garantierte Interoperabilität. An dieser Klippe scheiterten schon in der Vergangenheit diverse Anbieter, die zum Beispiel Bluetooth oder ZigBee als Heilsbringer der Vernetzungswelt transportierten. Sie mussten unter anderem feststellen, dass der Protokollaufwand (und somit der Speicherbedarf) für die Herstellung der Interoperabilität weitaus höher als geschätzt war.