Keine Konjunktur-Trendwende in der Elektroindustrie

Der ZVEI spricht von »zarten Erholungszeichen aus dem Ausland und verbesserten Erwartungen«, aber der Binnenmarkt zeigt keine Veränderungen.

»In Deutschland lässt eine konjunkturelle Trendwende in der Elektroindustrie auf sich warten«, so die Erklärung von Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt beim ZVEI. Die Auftragseingänge sind im Juni gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent gesunken, die Umsätze um 29 Prozent. Insgesamt sind im ersten Halbjahr 2009 35 Prozent weniger Aufträge eingegangen als im gleichen Vorjahreszeitraum, das Umsatzminus beträgt 28 Prozent.

»Erste zarte Erholungszeichen nehmen wir aus dem Ausland wahr«, ergänzt Gontermann. »Während die inländische Entwicklung unvermindert unter Druck steht, hat sich die Talfahrt im Ausland abgeschwächt.« Nach 46 Prozent Rückgang der ausländischen Auftragseingänge im Mai betrug der Rückgang im Juni 29 Prozent.

Diese positiven Anzeichen spiegeln sich auch in der Einschätzung der Unternehmen wider. So stuften im Juli die Unternehmen der Elektroindustrie ihre Lage im Vergleich zum Vormonat als besser ein – das erste Mal seit Oktober 2008. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich gemäß Ifo-Index zum siebten Mal in Folge verbessert und wieder das Niveau von Mai 2008 erreicht. Das Geschäftsklima – als Mittel aus Lage und Erwartungen –  ist im Juli kräftig gestiegen, befindet sich aber nach wie vor auf niedrigem Niveau.