Zahl der beschäftigten Elektroingenieure nimmt weiter ab

Im vergangenen Jahr gab es zwar insgesamt 674.266 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure und damit 3 Prozent mehr als 2007. Bei den Elektroingenieuren nahm die Beschäftigungszahl jedoch erneut ab: um 1,3 Prozent auf 159.322.

Das belegen die aktuellen Zahlen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Ein steter Rückgang bei den Elektroingenieuren ist bereits seit acht Jahren zu verzeichnen. Waren 2001 noch 178.467 beschäftigt, schrumpfte die Anzahl im Jahr 2002 auf 176.028, in 2003 auf 171.925 und im weiteren Verlauf sogar unter die 160.00er Marke auf 159.322 im vergangenen Jahr.

»Die Begründung dafür, dass die Beschäftigtenzahl der Elektroingenieure zurückgeht«, so Sven Renkel vom VDI, »lässt auf einen strukturellen Wandel am Arbeitsmarkt schließen. Der Rückgang ist seit 2000 kontinuierlich, aber gering, die Zahl der Arbeitlosen trotzdem deutlich geringer geworden. Nach unserer Einschätzung liegt es daran, dass andere Fachrichtungen, insbesondere die Informatik, Aufgaben von Elektroingenieuren übernehmen.«

Die Arbeitslosenquote in der gesamten Ingenieursbranche ist seit 2003 kontinuierlich zurückgegangen. Waren damals noch 69.880 Ingenieure und damit 9,7 Prozent ohne Job, fanden 2008 lediglich 20.922 Ingenieure (3 Prozent) keine Beschäftigung. Den höchsten Arbeitslosenanteil hiervon stellen die Elektroingenieure, gefolgt von Maschinen- und Fahrzeugbauingenieuren sowie Bauingenieuren. Zum Vergleich: 2007 lag die Quote mit 25.635 Arbeitslosen bei 3,8 Prozent.

Im Januar 2009 verzeichnete der VDI erneut einen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 20.000. Gleichzeitig wurden insgesamt 77.000 offene Ingenieurstellen registriert, davon 29.000 im Bereich Maschinenbau/Fahrzeugbau und 16.000 für Elektroningenieure. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor, im Januar 2008, waren insgesamt noch 83.000 Ingenieursstellen unbesetzt, davon 36.000 im Maschinen- und Fahrzeugbau und 18.000 für Elektroingenieure.

Doch woran liegt es, dass es innerhalb eines Jahres 6000 offene Stellen weniger gibt? »Diese Tatsache liegt in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage begründet«, so Sven Renkel vom VDI. »Einige Unternehmen haben ihre offene Stellen nicht mehr neu besetzt bzw. gestrichen. Und auch weniger neue Stellen wurden geschaffen.« Doch Sorgen seien unbegründet, so Renkel. »Zwar ist die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken, aber noch immer auf einem hohen Niveau, wenn man dies mit den Jahren 2004, 2005 oder 2006 vergleicht. Allerdings geht es im Moment nicht mehr so steil nach oben.«