Selbstmarketing Worthülsen, mit denen Sie garantiert nicht herausstechen

Philipp Mühlenkord ist Marketingverantwortlicher bei LinkedIn für Geschäftskunden im deutschsprachigen Raum. Twitter: @philmuehle LinkedIn Profil: https://linkedin.com/in/muehlenkord  
Viele offene Stellen für Programmierer, IT-Experten oder Ingenieure werden heute aktiv besetzt - über Netzwerkkontakte oder Headhunter. Ein gutes Profil im Internet ist also wie eine Visitenkarte. Das von Philipp Mühlenkord, Marketingverantwortlicher beim Business-Netzwerk LinkedIn fndet man unter https://linkedin.com/in/muehlenkord. Er twittert unter @philmuehle.

Suchen Sie wenigstens Synomyme: Das Businessnetzwerk LinkedIn hat die Top 10 der überstrapaziertesten Schlagwörter in Nutzerprofilen erstellt. Für die Selbstdarstellung sind sie völlig wertlos.

Zu den meistgenutzten Schlagwörtern des letzten Jahres in den weltweit mehr als 300 Millionen Profilen in »LinkedIn« gehören »motiviert«, »kreativ« und »Expertenwissen«.

Je nach Position sind unterschiedliche Buzzwords beliebt: So ist beispielsweise bei Marketingmenschen, Vertriebsspezialisten und Personalern »strategisch« das häufigste Schlagwort, doch auf dem zweiten Platz sind jeweils andere Prioritäten wichtig: Marketer nutzen hier besonders gern »kreativ«, Sales-Fachleuten ist ihre »Erfolgsbilanz« wichtig und Personaler wollen vor allem »verantwortungsvoll« sein.

Die Top 10 der meistgenutzten Schlagwörter in Deutschland:

  1. motiviert
  2. kreativ
  3. Expertenwissen
  4. Leidenschaft
  5. strategisch
  6. verantwortungsvoll
  7. ehrgeizig
  8. analytisch
  9. spezialisiert
  10. Auslandserfahrung

Mit ihren Floskeln sind die Deutschen nicht allein. Weltweit stehen bei den Nutzern des Netzwerks »motiviert« und »kreativ« hoch im Kurs, nur scheint man außerhalb Deutschlands noch ein bisschen mehr Leidenschaft an den Tag und mehr Wert auf die bisherigen Erfolge zu legen. Die Rangliste:

  1. motiviert
  2. Leidenschaft
  3. kreativ
  4. ehrgeizig
  5. umfangreiche Erfahrung
  6. verantwortungsvoll
  7. strategisch
  8. erfolgreich
  9. organisatorisch
  10. Expertenwissen

»Viele dieser Begriffe sind nur noch leere Worthülsen, die ihren Wert für die Selbstdarstellung völlig verloren haben«, erklärt Till Kaestner, Geschäftsleiter Deutschland, Österreich und Schweiz bei LinkedIn. »Stattdessen ist es für potenzielle Arbeitgeber viel hilfreicher, konkrete Informationen zu bekommen. Ein Vertriebsspezialist könnte auf zehn Jahre im Vertriebswesen und die Übererfüllung von Quotenvorgaben verweisen, anstatt von langjähriger Erfahrung und einer nebulös formulierten Erfolgsbilanz zu schreiben.«

LinkedIn bietet außerdem die Möglichkeit, das Profil mit Arbeitsproben und Links zu Projekten zu ergänzen und sich eigene Qualifikationen von Kontakten bestätigen zu lassen. Je konkreter die Information, desto besser.

Einige bedeutungsarme Begriffe wie »innovativ« sind seit 2010 wieder aus den Top 10 verschwunden. Doch ausgerechnet »kreativ« ist der ungeschlagene Dauerbrenner, der immer vorn mit dabei ist.