»Wir können nicht alles auf die Krise schieben«

Nichts als Horrormeldungen dieser Tage. Doch jede Krise hat auch ihre Chancen: Arbeitgeber können nun antizyklisch gute Leute gewinnen, Ingenieure ihren Arbeitsplatz auf seine Zukunftsfähigkeit überprüfen. Wenn dieser Check negativ ausfällt, sollte man seine Sachen packen und wechseln. Mit Gehaltseinbußen aber muss man rechnen.

»Wir fliegen auf Sicht«, lautet die aktuelle Einstellungsstrategie in der Halbleiterbranche. Was konkret bedeutet, dass hier momentan nur sehr wenige neue Arbeitsverträge geschlossen, aber umso mehr aufgekündigt werden – vor allem die großen Konzernen haben diese Tage damit Schlagzeilen gemacht. Noch vor kurzem Hoffnungsträger, werden nun Automotive-Design-Center in Deutschland geschlossen und nach Asien oder Nordamerika verschoben. Managerriegen werden ausgedünnt, und selbst Spezialisten sind nicht mehr vor Jobverlust gefeit.

»Abwarten oder lieber gehen?«, fragt sich derzeit so mancher Stelleninhaber – vor allem, wenn er in der Halbleiterbranche beschäftigt ist. Denn so mancher sieht hier langfristig keine großen Chancen in Deutschland mehr. Fakt ist: Bereits lange vor der Finanzkrise hat der VDE mehr monetäre Unterstützung durch den Staat für Silicon Saxony angemahnt, um mit den subventionierenden Asiaten gleichzuziehen – andernfalls sei der Standort gefährdet.

Nun ist nicht nur Qimonda pleite, sondern die gesamte Branche macht gerade eine Vollbremsung. Ob der derzeitige Stellenabbau in der Halbleiterindustrie nur Strukturanpassung ist oder vielleicht doch gar das Ende der Schlüsseltechnologie in Deutschland einläutet – wer weiß das schon dieser Tage. Wahrscheinlich nicht einmal die Unternehmen selbst. Was meinen Personalberater?