Wie die Konjunktur die Einstellungspraxis beeinflusst

Konjunktursorgen plagen auch die Elektronikindustrie. Doch anders als in früheren Jahren wirkt sich das nicht mehr maßgeblich auf die Personalstrategie aus, der Bedarf an Ingenieuren und Fachkräften setzt sich zunehmend von der konjunkturellen Entwicklung ab. Mit Folgewirkung: »Employer Branding« ist in den Unternehmen angekommen.

Die gefühlte Konjunkturlage ist in weiten Teilen der Industrie angespannt, vor allem in der Halbleiterbranche. Innovations- und Kostendruck halten die Verantwortlichen auf Trab, ein Ende des Preisverfalls bei den DRAMs ist noch nicht eingetreten, wenngleich Analysten dafür erste Anzeichen ausgemacht haben wollen. In vielen Halbleiterfirmen, so berichten Personalberater, wurde daher ein sogenannter »Hiring Freeze«, also ein Einstellungsstopp, verhängt.

Noch ist ungewiss, wie sich Dollarschwäche, der starke Euro, Energiepreise und Konsumflaute auf andere Industriesparten auswirken werden. In Deutschland sind laut aktuellem Ifo-Index die Auftragspolster der Elektronikindustrie noch üppig. Vor allem der Ruf nach Energieeffizienz und Automation stützt die Entwicklung.

Doch wie so oft ist die gefühlte Stimmung entscheidend. »Insgesamt wirkt die Stimmung schlechter als die tatsächliche Lage – aber das ist ja bei uns so üblich!« stichelt Personalberater D.A. Graf v. Reischach. »Wir haben in Deutschland eine vergleichbar noch robuste Konjunktur. Ingenieure werden gesucht und auch ältere werden wieder eingestellt.«