Aufstieg durch Bildung Von der Hauptschule zum Stipendium, vom Meister zum Master

Der Höhepunkt von Andreas Friesingers Bildungskarriere ist seine Auszeichnung mit dem Studienpreis 2014 von der GfSE Gesellschaft für Systems Engineering
Der Höhepunkt von Andreas Friesingers Bildungskarriere ist seine Auszeichnung mit dem Studienpreis 2014 von der GfSE Gesellschaft für Systems Engineering

Seine Begeisterung für Technik führten Andreas Friesinger Schritt für Schritt zu seinem beruflichen Ziel – von der Mittleren Reife zum Diplom-Ingenieur (FH) der Elektrotechnik. Auch das Beispiel der Aufstiegsfortbildung von Jochen Hauck zeigt, dass »Aufstieg durch Bildung« tatsächlich gelingen kann – wenn die Motivation stimmt.

Schon als Kind ist Andreas Friesinger von jeglicher Art von Technik fasziniert.

Gegen Ende seiner Schulzeit wird ihm klar, dass er mehr möchte, und er beginnt, sich zielorientiert Wissen anzueignen: Er macht die mittlere Reife und bewirbt sich für seine Lehre als Fernmeldeanlagen-Elektroniker bei einem renommierten Ausbildungsbetrieb.

Direkt nach der Gesellenprüfung 2006 meldet sich der 20-Jährige für den Meisterlehrgang in Elektrotechnik an. 2008 schließt er die Meisterprüfung mit Bravour ab und findet eine adäquate Stelle bei einem neuen Arbeitgeber.

»Doch mein Wissensdurst war noch immer nicht gestillt. Also beschloss ich, Elektrotechnik zu studieren und bewarb mich erfolgreich für ein Aufstiegsstipendium der SBB Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung.« Die Förderung unterstützt junge Menschen, die in Ausbildung und Beruf besonderes Talent und Engagement gezeigt haben, bei einem akademischen Studium.

»Da zu dieser Zeit in Bayern der Meistertitel noch nicht mit der fachgebundenen Hochschulreife gleichgesetzt wurde, entschied ich mich für ein Fernstudium in Hessen. Meine Wahl fiel auf die Wilhelm Büchner Hochschule, denn ich wollte studieren und gleichzeitig meine praktischen Fähigkeiten weiter vertiefen.«

Die kommenden sechs Studienjahre sind turbulent: Mitten im Studium wechselt Friesinger 2010 den Job und wird Entwickler für Testsysteme bei der BMK professional electronic GmbH in Augsburg.

Dort wächst er mit seinen Aufgaben und bekommt schon bald eine Stelle als Hardware Entwickler im Bereich der Embedded Systems Entwicklung. Er spezialisiert sich auf dem Gebiet der Anforderungsanalyse und findet als Requirement Engineer einen Aufgabenbereich, in dem er seine Stärken aus verschiedenen Wissensgebieten kombinieren kann.

Mittlerweile verantwortet er die Weiterentwicklung der Entwicklungsprozesse sowie Kundenprojekte und betreut Auszubildende und Praktikanten. Die Studienzeit war für ihn arbeitsintensiv, »vor allem da ich in den ersten Semestern viel Mathe nachholen musste. Dies hat nur geklappt, weil ich das Lerntempo und den Studienfortschritt flexibel handhaben konnte. Generell halte ich die Kombination aus Fernstudium und Berufspraxis für unschlagbar.«

Der Höhepunkt von Andreas Friesingers Bildungskarriere ist seine Auszeichnung mit dem Studienpreis 2014 von der GfSE Gesellschaft für Systems Engineering (www.gfse.de). Friesinger hatte sich mit dem Thema seiner Diplomarbeit »Entwicklung und Implementation eines Requirements-Engineering-Prozesses bei einem Elektronik-Entwicklungsdienstleister« für die Teilnahme am Wettbewerb qualifiziert.

In der Endrunde des Wettbewerbs, die jährlich im Rahmen des Tages des System Engineering ausgetragen wird, muss in Form eines Vortrags das Themengebiet präsentiert werden. Hier konnte Friesinger Fachpublikum und Jury mit seiner praxisnahen Arbeit überzeugen.

Der prämierte Prozess ist heute bei seinem Arbeitgeber im Einsatz und bietet wichtige Vorteile für die Entwicklung kundenspezifischer Systeme: Kundenanforderungen erkennen und verstehen, eine rechtlich verbindliche, detaillierte Dokumentation, einen genauen Überblick über den Entwicklungsumfang von Projekten sowie hohe Transparenz für den Kunden.

Friesingers Resümee: »In meinem beruflichen Leben gab es keine Zufälle. Durch meine Leidenschaft für Technik ergab ein Schritt den nächsten. Deshalb liegt es mir auch besonders am Herzen, unsere Auszubildenden für ihre Weiterbildungsmöglichkeiten zu sensibilisieren.«