Recruiting-Apps Rechts geht zum Job

Neue Recruiting-Apps wie Truffls oder Selfiejobs basieren auf der Idee von Tinder: ein Algorithmus im Hintergrund führt gleiche Interessen und Vorlieben  zusammen.
Neue Recruiting-Apps wie Truffls oder Selfiejobs basieren auf der Idee der Matching-Plattform Tinder: ein Algorithmus im Hintergrund führt gleiche Interessen und Vorlieben zusammen.

»Truffls« und »SelfieJobs« sind zwei neue Apps, die nach Vorbild der Dating-App »Tinder« funktionieren: Jobvorschläge »wischt« man nach links, wenn sie nicht passen und nach rechts, wenn sie spannend klingen. Sieht so die Zukunft des Recruiting aus?

Das Prinzip der Tinder-Nachahmer: Je öfter man wischt, desto besser werden die Vorschläge, der Algorithmus im Hintergrund macht es möglich.

»Truffls« sendet bei einem Treffer automatisch das anonymisierte Profil an die »geliketen« Unternehmen, für deren Jobs man sich interessiert. Sobald das Unternehmen Interesse bekundet, bekommt man eine Benachrichtigung auf sein Smartphone. Das Start-Up versucht den Recruiting-Markt von Berlin aus anzukurbeln, Konkurrent »SelfieJobs« ist aus Schweden und startet jetzt auch in Deutschland. Vorbild ist auch hier »Tinder«: Ein »Like« auf beiden Seiten – und der Kontakt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist hergestellt. In Schweden, Norwegen und Dänemark hat SelfieJobs bereits 10.000 User.

Wie funktionieren die neuen Recruiting-Apps? 

Der Arbeitssuchende erstellt mit Hilfe der App einen kurzen Lebenslauf mit den entscheidenden Fakten. Bei Truffls etwa lässt sich dazu das LinkedIn oder Xing-Profil einbinden.

Unternehmen wiederum laden eine Stellenanzeige hoch. Außerdem können sich sowohl Arbeitnehmer als auch Firmen in einem Video präsentieren, in dem sie etwas über sich bzw. ihre Anforderungen erzählen.

Die Auswahl funktioniert wie bei Tinder: Interessante Profile werden nach rechts geschoben, uninteressante nach links. Kurze Filme sorgen für einen persönlichen Eindruck noch vor dem Vorstellungstermin.

Im März 2015 checkte jeder SelfieJobs-Nutzer durchschnittlich insgesamt 400 Angebote – national und international. Nach der Unternehmensgründung in Schweden und der Expansion nach Norwegen, Dänemark und Deutschland sollen nun weitere europäische Länder dazukommen.

Martin Tall, Gründer von SelfieJobs erklärt: »Ich habe früher selbst im Recruiting-Business gearbeitet. Mich haben die umständlichen und bürokratischen Bewerbungsverfahren immer gestört. Mit SelfieJobs möchte ich Arbeitgeber und Arbeitnehmer unkompliziert zueinander bringen. Jobsuche muss nicht immer bierernst sein. Sie soll auch Spaß machen dürfen!«

Außerdem glauben die Macher von SelfieJobs, dass die Barrieren zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch erheblich reduziert werden könnten: »Es sollte leicht sein, einen ersten Kontakt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herstellen zu können. Bisher war es "in Ordnung" den Bewerbungsprozess als Teil des Auswahlverfahrens schwierig zu gestalten, doch es muss einen besseren Weg geben, als junge Arbeitssuchende zu zwingen, ihre Bewerbung wieder und wieder neu zu formulieren und anzupassen.«

Das Versprechen: Egal ob Lebenslauf oder eine Stellenanzeige, beides soll in nur 2 Minuten erstellt werden können. Arbeitgeber können den Suchradius so einstellen, dass nur Kandidaten erscheinen, die sich in der Nähe befinden.

Derzeit testen »SelfieJobs« Vertriebs- und serviceintensive Unternehmen wie Olearys Globen, 4Services, vereinzelt 7-Eleven, Kredit-Broker oder Advisa. Wäre das auch etwas für Elektronikunternehmen? Dazu mehr in unserem nächsten Karriere-Newsletter.