Offensive gegen den Fachkräftemangel

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, hat jetzt die zehn innovativsten Hochschulprojekte in Bayern vorgestellt, die die vbw im Rahmen des Hochschul-Wettbewerbs »Wege zu mehr MINT-Absolventen« ausgewählt hat.

Ziel der Aktion ist es, die Studienabbrecherquoten in den Fachrichtungen Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Technik zu halbieren. Die zehn Hochschulprojekte starten bereits zum Sommersemester 2008 und werden drei Jahre lang durch die Verbände gefördert. Insgesamt investieren die vbw, BayME und VBM 2,1 Millionen Euro, wobei pro Projekt maximal 50.000 Euro pro Jahr vorgesehen sind. Die Hochschulen leisten zusätzlich einen finanziellen Eigenanteil. Von den insgesamt 26 Hochschulen in Bayern haben sich 15 an der Ausschreibung beteiligt. Bertram Brossardt möchte mit der Initiative einen Schneeballeffekt für alle bayerischen Hochschulen auslösen.

Was die vbw zur Initiierung des Projekts »Wege zu mehr MINT-Absolventen« bewogen hat, ist die Tatsache, dass im Jahr 2006 bundesweit 48.000 vakante Ingenieurstellen nicht besetzt werden konnten, knapp 7.500 davon in Bayern. Brossardt schätzt, dass infolge des Ingenieurmangels der deutschen Volkswirtschaft damit eine zusätzliche Wertschöpfung von mindestens 3,5 Milliarden Euro entging.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Hochschulinformationssystems HIS liegt die Abbrecherquote etwa in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik zwischen 32 und 36 Prozent. Durch eine Senkung dieser Quote um ein Viertel könnte die Zahl der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften in Deutschland jährlich um 7.900 gesteigert werden.