Ingenieurdienstleistung Nicht alle gleich

Markus Präßl, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Ferchau: »Wir vergüten konstant und kontinuierlich, auch bei Urlaub, Krankheit und auch bei projektfreien Zeiten.«
Markus Präßl, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Ferchau: »Wir vergüten konstant und kontinuierlich, auch bei Urlaub, Krankheit und auch bei projektfreien Zeiten.«

Zeitarbeit ist für viele Ingenieure ein klassischer Einstieg in den Beruf. Sei es im Geschäftsfeld »Engineering Services« als Projektarbeiter im Werkvertrag, oder in Arbeitnehmerüberlassung durch eine Zeitarbeitsfirma: der externe Projektmarkt boomt, die meisten offenen Stellen stammen von Dienstleistern. Den Arbeitgeber sollte man allerdings sorgfältig auswählen.

Lünendonk hat soeben seine »Lünendonk-Liste«, die Top 25 der führenden Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleister in Deutschland neu erstellt.

 

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Die Top 25 der Zeitarbeits- und Personaldienstleister in Deutschland

Der Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen in Deutschland im Jahr 2014 nach Schätzungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens um 7,7 Prozent auf 24,0 Milliarden Euro (2013: 22,3 Milliarden Euro). Die Top-25-Zeitarbeitsunternehmen kon

Demnach wuchs der Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen in Deutschland im Jahr 2014 nach Schätzungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens um 7,7 Prozent auf 24,0 Milliarden Euro (2013: 22,3 Milliarden Euro). Die Top-25-Zeitarbeitsunternehmen konnten ihre Umsätze ebenfalls um 7,7 Prozent steigern. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer stieg der Schätzung Lünendonks zufolge um durchschnittlich 2,6 Prozent an.

Erstmals erzielte jedes Top-25-Unternehmen der Branche mehr als 100 Millionen Euro Umsatz.

Doch zuletzt häufen sich die Lobby-Meldungen, die vor einem Markteinbruch warnen: Schuld sind die Planungen der Politik, Arbeitnehmerüberlassung auf nur noch maximal 18 Monate zu begrenzen und Equal Pay nach 9 Monaten zu verordnen.

Diese Regulierung droht, weil die Branche mit ihren Kunden die letzten Jahre auch Negativ-Schlagzeilen machte, etwa durch den systematischen Missbrauch von Werkverträgen. In der Folge wurden und werden zahlreiche externe Verträge in Festanstellungen umgewandelt, vor allem in der Automobilindustrie.

Die geplanten Regulierungen schmecken den Zeitarbeitsfirmen nicht. Die Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer auf 18 Monate würden Anbieter und Auftraggeber gerne verhindern.: »Das verunsichert Anbieter und Auftraggeber gleichermaßen“, erklärt Hartmut Lüerßen, Partner von Lünendonk.

»Die Vertragsform der Arbeitnehmerüberlassung wird auch in anderen Dienstleistungssektoren wie Engineering Services eingesetzt, wo die Projektlaufzeiten oft zwei Jahre oder länger laufen. Von dem 9-Milliarden-Euro-Markt entfällt etwa ein Viertel der Umsätze auf Arbeitnehmerüberlassung. Wenn die Automobilindustrie als wichtigster Auftraggeber gut eingearbeitete Ingenieure aus laufenden Projekten regelmäßig abziehen müsste, würde die Entwicklung aufwändiger und schlechter planbar. Es drohten im Extremfall Qualitätsprobleme, die den Standort Deutschland in einigen Jahren spürbar schwächen könnten«, erklärt Lüerßen.

Auch das Gehalt sei doch durchaus wettbewerbsfähig: Mehr als 58 Prozent der Zeitarbeitnehmer der von Lünendonk analysierten Zeitarbeitsunternehmen würden in Unternehmen eingesetzt, in denen die Branchenzuschlagstarife für die Metall- und Elektroindustrie gelten. »Bei dieser Gruppe greift in 67,7 Prozent der Fälle die Deckelung der Zuschläge. Das heißt, die Zeitarbeitnehmer erreichen im Laufe des Einsatzes das definierte Niveau der Vergleichslöhne vor Erreichen der höchsten Zuschlagsstufe«, erläutert Ali Deveci, Junior Consultant bei Lünendonk. Somit kämen die Branchenzuschlagstarife dem Equal-Pay-Gedanken in der Praxis schon sehr nahe.

Kritiker von links hingegen sehen den Markt lieber früher als später reguliert. Gewerkschaften und Betriebsräte warfen Unternehmen vor, dass sie Werkverträge dazu missbrauchen, ihre eigenen Tarifverträge zu umgehen und rüttelten so die Politik auf: Ganze Ingenieur-Belegschaften leisteten in der Automobilindustrie über Werkverträge ein- und dieselbe Arbeit wie die Stamm-Mannschaft, nur zu geringerem Lohn und Absicherung. Sie übernahmen über Jahre hinweg wie ein Festangestellter Kernaufgaben in der Entwicklung – doch als Ingenieur zweiter Klasse.

Dem miesen Image stemmen sich Ingenieurdienstleister entgegen, in dem sie sich von den großen Zeitarbeitsfirmen und Personalverleihern absetzen und zum Beispiel eigene Haustarifverträge anbieten. Ferchau beispielsweise hat seit 2004 einen Haustarifvertrag mit der IG Metall, der sich an ERA-Strukturen und dem Flächentarifvertrag NRW orientiert.

»98 Prozent der Mitarbeiter haben einen unbefristeten Vertrag«, erklärt Markus Präßl, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Ferchau. »Wir vergüten konstant und kontinuierlich, auch bei Urlaub, Krankheit und auch bei projektfreien Zeiten.«

Und wenn der Kunde den Preis drückt? »Wir vergüten unabhängig vom jeweiligen Kunden und auch unabhängig von der Vertragsart AÜ, Dienst- oder Werkvertrag«, so Präßl.

Zudem biete man sowohl die Führungs- als auch die Fachkarriere an sowie High-Potential-Programme. »Wir sind viel mehr technisches Büro als Zeitarbeitsunternehmen.«