IT-und Elektronik-Spezialistinnen Mädels, es geht um Design!

Der IT-Verband BITKOM unterstützt den bundesweiten Girls‘ Day.
Der IT-Verband BITKOM unterstützt den bundesweiten Girls‘ Day.

Auf sechs männliche IT-Spezialisten kommt derzeit nur eine (Fach-)Frau. Das entspricht einem Anteil von 14 Prozent. In Elektronik sind es noch weniger. Die Aussichten? Blendend. Letzten Donnerstag war wieder Girls' Day.

Der IT-Verband BITKOM unterstützt den bundesweiten Girls‘ Day. Mehr als 130.000 Mädchen und Jungen haben am 27. März an den Zukunftstagen Girls'Day und Boys'Day teilgenommen. In bundesweit über 14.000 Veranstaltungen konnten sie ihre Stärken in Berufs- und Studienbereichen entdecken, die ihnen sonst häufig verschlossen bleiben.

„Die Berufsaussichten in der schnell wachsenden IT-Branche sind nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels hervorragend.“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Als Querschnittstechnologie gehe es in der Informatik längst nicht mehr nur darum, Programmiersprachen zu lernen. Kempf: „Es geht ebenso um das Design von Benutzeroberflächen, das Entwickeln umfassender mobiler Lösungen und um die Beratung professioneller IT-Anwender. Kommunikation, Kreativität und der Kontakt mit Menschen gewinnen in der IT immer mehr an Bedeutung.“

Die Initiativen der vergangenen Jahre, Mädchen und Frauen stärker für IT und technische Berufe zu begeistern, habe erste Früchte getragen. So sei der Frauenanteil an den Erstsemestern im Informatik-Studium zuletzt auf den Rekordwert von fast einem Viertel (23 Prozent) gestiegen.

Bei den Auszubildenden in IT-Berufen liegt der Anteil allerdings mit zuletzt rund 8 Prozent weiter deutlich darunter. In Deutschland gibt es aktuell rund 39.000 offene und schwer zu besetzende Stellen für IT-Experten.

Auch der VDE beteiligte sich am Girls‘ Day. 30 Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren aus verschiedenen Berliner Schulen waren eingeladen, überkommende Rollenbilder zu vergessen und zu löten, zu montieren und zu messen und die spannende Welt der Elektronik und Veranstaltungstechnik kennenzulernen und als vielfältige Arbeitswelt kennenzulernen.

"Im Rahmen des Girls'Day können die Schülerinnen Spaß an der Technik erleben. Um künftig ausreichend Nachwuchskräfte, insbesondere auch junge Frauen, für MINT-Berufe zu begeistern, ist es wichtig, ihr Interesse frühzeitig zu fördern. Die Schülerinnen haben bei den zahlreichen Aktionen am Girls'Day die Möglichkeit, sich davon zu überzeugen, wie vielfältig die Tätigkeiten in technischen Berufen, vor allem auch in der Elektro- und Informationstechnik, sind", sagte der VDE-Vorstandsvorsitzende Hans Heinz Zimmer."Aus unseren zahlreichen Studien wissen wir, dass Ingenieurinnen insbesondere interessante Arbeitsinhalte und herausfordernde Aufgaben schätzen, gefolgt von der gut funktionierenden Arbeit im Team."

Am Aktionstag in der Berliner Repräsentanz des VDE bauten die Mädchen ein Solarfahrzeug: Sie montierten eine Solarzelle und eine LED-Leuchte auf einer Platine, verschalteten sie elektrisch und bauten Achsen und Reifen an. Anschließend testeten sie die Funktion und Sicherheit ihres Solarautos und erhielten - bei erfolgreicher Prüfung - das Junior-Prüfzertifikat des VDE-Instituts.

Zweite Station war die Deutsche Oper. Hinter den Kulissen erkundeten die Schülerinnen faszinierende Funktionsweisen der Bühnen- und Tontechnik. Sie erfuhren, wie ein Bühnenbild entsteht, warum das Orchester im Graben sitzt, welche Aufgaben eine Inspizientin hat und welche hohen Anforderungen an Technik und Sicherheit gestellt werden. Die Mädchen konnten unter anderem erleben, wie handwerkliche Traditionen mit modernen Fertigungsmethoden der Bühnentechnik kombiniert werden.

In den vergangenen Jahren haben bundesweit bereits mehr als 1,3 Millionen Schülerinnen am Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag teilgenommen.