Absolventen trotzdem positiv gestimmt Krise erschwert Berufseinstieg

Diesjährige Hochschulabsolventen lassen sich von der derzeitigen Wirtschaftskrise nicht beeindrucken und blicken trotz unsicherer Jobaussichten positiv in die Zukunft. Doch die Einschätzung der Bewerber stimmt nicht immer mit der Einschätzung der Unternehmen überein.

Nach einer Umfrage des internationalen Nachrichten- und Karriere-Portals internationalStudentsClub unter 354 Absolventen bewerteten 77 Prozent der Befragten ihre eigenen Berufschancen trotz Krise als sehr gut, 11 Prozent als gut und 12 Prozent als nicht gut. 55 Prozent der Absolventen sehen ihren Berufseinstieg durch die Krise jedoch erschwert.

45 Prozent der befragten Absolventen stammen aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften, 29 Prozent sind Ingenieurwissenschaftler, 8 Prozent Naturwissenschaftler und 4 Prozent Informatiker.

»Die Absolventen zeigen sich kämpferisch. Die Krise scheint bei ihnen noch nicht angekommen zu sein. Viele bewerten ihre Job-Chancen aufgrund ihrer guten Ausbildung, ihrer Mehrsprachigkeit oder aufgrund vorhandener Praxiserfahrung als positiv«, sagt Melanie Vogel vom internationalStudentsClub.

Dass die Einschätzung der Bewerber nicht immer mit der Einschätzung der Unternehmen übereinstimmt, zeigt eine parallel durchgeführte Umfrage bei 144 Unternehmen. Danach bewerten nur 37 Prozent die Qualität der eingehenden Bewerbungen als gut, 63 Prozent strafen die Qualität der Bewerber mit »mittelmäßig« ab.

Personalbedarf für 2009/2010 bleibt überwiegend gleich

50 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Personalbedarf für 2009/2010 mit gleich bleibend, 35 Prozent mit steigend, drei Prozent mit stark steigend und nur elf Prozent mit fallend.

»Bewerber und Unternehmen treffen auf einem angespannten Arbeitsmarkt zusammen. Während die Unternehmen gezielter und mit mehr Vorsicht rekrutieren und bei den Bewerbern genauer hinschauen, ob die Qualifikationen zu den Unternehmenserwartungen passen, zeigen sich die Bewerber selbstbewusst«, erläutert Melanie Vogel.

»Unternehmen, die jetzt ihre Recruiting-Aktivitäten einschränken oder gänzlich zurückfahren, werden erhebliche Wettbewerbs-Nachteile nach der Krise zu spüren bekommen. Die Unternehmen, die jetzt Flagge zeigen und für mehr Vertrauen in der Krisenzeit werben, werden von der Krise deutlich profitieren und ihren Mitarbeiterstamm für die Zeit nach der Krise aufstocken können«, so Melanie Vogel weiter.