Karriere in der Photovoltaik: Aufstieg im Osten

Vor allem für Halbleiterexperten ist der Schritt in Richtung Photovoltaik lohnenswert. In der jungen Boom-Branche, die sich gerade wieder vom Schock um angedrohte Subventionskürzungen erholt, locken große Karrieremöglichkeiten.

Der Weltmarktanteil in der Photovoltaik betrug im Jahr 2006 nach Zahlen des europäischen Branchenverbandes EPIA (»European Photovoltaic Industry«) ca. 1450 Megawattpeak, im vergangen Jahr wuchs der Weltmarkt nach ersten Schätzungen auf 2179 MWp. Bis 2020 erwarten Branchenbeobachter ein Plus von jährlich 20 Prozent. Und Deutschland profitiert: Die weltweit eingesetzte Produktionstechnik stammt zu rund 50 Prozent von deutschen Maschinen- und Anlagenbauern.

Noch in diesem Jahr sollen in Deutschland 15 neue Solarfabriken entstehen, rund 1,8 Mrd. Euro investierte die Branche allein im letzten Jahr. Allein Q-Cells aus Sachsen-Anhalt steckte 400 Millionen Euro in den Bau neuer Fertigungsanlagen, darunter die größte Solarzellenfabrik Europas. 2010 sollen die Investitionen der gesamten Branche auf 2,9 Mrd. Euro steigen.

Die Solarstrom-Industrie beschäftigt inzwischen über 42.000 Arbeitnehmer, die sich fast gleichwertig auf Industrie- und Zulieferer (46 Prozent) und Handwerk (47 Prozent) aufteilen. Der Großhandel beschäftigt 7 Prozent. »Die Solarenergie hat beste Voraussetzungen, zur Leitindustrie des 21. Jahrhunderts zu werden«, glaubt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Branchenverbandes Solarwirtschaft. Das scheint plausibel. Laut einer neuen Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums könnte allein das Klimapaket der Bundesregierung bis 2020 eine halbe Million zusätzlicher Arbeitsplätze schaffen. Experten halten dabei die Solartechnik für die aussichtsreichste Technologie.