Jobwechsel: Partner im Schlepptau

Karrierepaare, die zusammen an einem Ort leben wollen, brauchen selbst unter besten Voraussetzungen ein gutes Stück Eigeninitiative. Von sich aus wird kaum ein Arbeitgeber aktiv. Wie können Personalabteilungen Doppelkarrierepaare mit und ohne Kinder unterstützen? Und was tun sie tatsächlich?

Ihren Job hat sie gut gemacht, hoch zufrieden war der bayerische Elektronikkonzern mit seiner Recruiting-Managerin. Sie zunächst auch. Unter der Woche konnte sie sich in die Arbeit stürzen, am Wochenende traf sie sich mit ihrem Mann. Anders ging es nicht, denn der promovierte Elektroingenieur hatte als Professor an einer fränkischen Fachhochschule seinen Lehrauftrag vor Ort zu erfüllen. Doch in diesem Sommer kam es auch hier, wie es meistens kommt: Nach gründlicher Abwägung der Lebensplanung und der beiderseitigen Karrierechancen zog sie den Schlussstrich unter ihren Job, 170 Kilometer nach Norden und die berufliche Konsequenz, fortan freiberuflich arbeiten zu wollen.

Dass einer von zwei berufstätigen Partnern seine betriebliche Karriere zugunsten des Lebensgefährten an den Nagel hängt und seinen Ehrgeiz in andere Bahnen lenkt, ist noch immer der Normalfall. Aber zunehmend häufiger hören Personalchefs in Einstellungsgesprächen auch das: »Ich würde ja gerne zu Ihnen kommen, aber mein Partner/ meine Partnerin muss hier auch einen passenden Job finden. Können Sie uns dabei helfen?«

Ein Wink Fortunas, wenn der private Kompagnon just die gleiche Qualifikation hat wie der Kandidat oder eine andere, die gerade vonnöten ist. Geradezu unverschämtes Glück, wenn der Arbeitgeber personalknapp ist und das Paar nur zu gern im Doppelpack engagiert. In allen anderen Fällen ist das Gespräch dann schnell vorüber: Tut uns Leid. Wirklich sehr schade. Melden Sie sich bitte, wenn Sie eine Lösung gefunden haben. Mit anderen Worten: Das Unternehmen hat zwar einen Personalengpass, aber diese Hilfestellung geht nun wirklich zu weit. Darum möge sich der Kandidat beziehungsweise sein Partner oder seine Partnerin bitte selbst kümmern.