Jobaussichten 2009: Keine Panik!

Karpfen und Weihnachtsbraten sind verdaut, die Geschenke umgetauscht oder schon kaputt, die Tanne und das Konto abgeräumt. Dazu noch all die Hiobsnachrichten aus der Wirtschaft – die Laune richtet sich im Keller häuslich ein. Doch für Ingenieure und Techniker gibt es auch eine gute Botschaft: Am Arbeitsmarkt bleiben sie gefragt.

Manchmal trifft ein lange vor der Krise festgelegtes Thema direkt ins Schwarze. So geschehen auf der electronica im letzten November. Mit der Gesprächsrunde: »Wann ist es Zeit, zu gehen?« wollten Personaler und Personalberater boomverwöhnte, aber appetitlose Fach- und Führungskräfte zum Stellenwechsel ermutigen. Ohne Finanzkrise wäre es vielleicht bei dem Versuch geblieben.

Aber wenn Unternehmen zu kippen drohen, ziehen doch viele einen beruflichen Wechsel in Betracht. So konnten die Aussteller zum Beispiel viele Lebensläufe von Qimonda-Mitarbeiter einsammeln, und am Ende gehörte die Podiumsdiskussion zu den am besten besuchten Veranstaltungen der Messe.

Aber ist man wirklich gut beraten, ausgerechnet jetzt die Fühler nach einer neuen Herausforderung auszustrecken? Eine Branche nach der anderen gerät in den Strudel der Finanzkrise, weil die Nachfrage stockt oder weil sich die Banken – über Nacht risikoscheu geworden – vor der Vergabe neuer Krediten drücken. Sollte man es sich da nicht besser auf seinem vertrauten Arbeitsplatz gemütlich machen und die Lockrufe der Konkurrenz geflissentlich überhören?

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer auf der electronica, dass es auf diese Frage kein klares »Ja« oder »Nein« gäbe. Es käme auf den Einzelfall an. Klar: Bevor sie mit einem leckgeschlagenen Firmenschiff untergehen, spähen selbst die treuesten Mitsegler nach dem rettenden Ufer.

Andererseits, darin waren sich die HR-Manager Heike Paustian (Sharp), Hans Knapek (Rohde & Schwarz), Frank Vollmering (Analog Devices) sowie Enocean-Chef Markus Brehler und Personalberater Michael Köhler einig, andererseits würden wirklich gute Leute auch in Krisenzeiten immer auf dem Trockenen landen. Wörtlich sagte es keiner, aber gemeint haben es alle: Nach fünf bis sieben Jahren wird es Zeit, etwas Neues in Angriff zu nehmen.

Neue berufliche Herausforderungen genau ansehen

»Panik war noch nie ein guter Ratgeber«, beruhigt Renate Schuh- Eder aus München und rät: »Ruhe bewahren, engagiert weiterarbeiten und neue berufliche Herausforderungen genau ansehen.« Wie krisenfest steht das werbende Unternehmen da? Wie schnell müssen und können Erfolge vorgewiesen werden? Wie hat sich das Unternehmen bei der letzten Krise gegenüber den Mitarbeitern verhalten?