»Hervorragende Jobperspektiven« ITK-Branche: Lieber Praxis als Promotion

Dr. Bernhard Rohleder Hauptgeschäftsführer des Bitkom
»Der Trend in der digitalen Wirtschaft ist eindeutig: Wichtig für den Berufseinstieg ist eine fundierte akademische Ausbildung, bei der ein möglichst hoher Praxisbezug erwartet wird«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Unternehmen der ITK-Branche wollen in den kommenden fünf Jahren verstärkt Hochschulabsolventen einstellen, meldet der Bitkom. Dabei hätten Abgänger von Fachhochschulen besonders gute Chancen, die Promotion verliert hingegen. Praxisbezug scheint den Unternehmen wichtiger.

Die neue Bitkom-Meldung ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 700 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von IT- und Telekommunikationsunternehmen. 42 Prozent der Unternehmen geben an, der Bedarf an Fachhochschulabsolventen werde bis 2020 steigen, nur 4 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Auch Abschlüsse von Dualen Hochschulen wie Berufsakademien sind wertvoll: 39 Prozent der Unternehmen sehen hier einen wachsenden Bedarf, nur 3 Prozent einen geringeren. Absolventen von Universitäten wollen 35 Prozent verstärkt einstellen, 7 Prozent gehen von einem sinkenden Bedarf aus.

»Der Trend in der digitalen Wirtschaft ist eindeutig: Wichtig für den Berufseinstieg ist eine fundierte akademische Ausbildung, bei der ein möglichst hoher Praxisbezug erwartet wird«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. 

Ende des Jahres soll die ITK-Branche in Deutschland laut Bitkom-Prognose erstmals mehr als 1 Million Menschen beschäftigen. In den vergangenen fünf Jahren seien damit rund 125.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Gleichzeitig gebe es in der deutschen Wirtschaft aktuell rund 43.000 offene Stellen für IT-Experten.

Bachelor- und Master-Abschlüsse sind bei den Unternehmen gleichermaßen gefragt: Während 36 Prozent der Unternehmen bis 2020 von einem Plus an Bachelor-Absolventen ausgehen, rechnen nur 5 Prozent mit einem Rückgang.

Auf Master-Abschlüsse wollen 35 Prozent verstärkt setzen, 3 Prozent erwarten weniger Neueinstellungen von Master-Absolventen. An Bedeutung verliert dagegen die Promotion: 9 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem steigenden Bedarf von promovierten Akademikern im Unternehmen, 16 Prozent gehen von einem Rückgang aus.

Auch die Absolventen ausländischer Hochschulen gewinnen für viele Unternehmen an Bedeutung, im Fokus stehen dabei aber die europäischen Nachbarländer: 26 Prozent der Unternehmen wollen mehr Hochschulabsolventen aus Europa rekrutieren, 6 Prozent weniger.

Da Deutschland sich erst allmählich als Ziel für hochqualifizierte Spezialisten etabliert, spielen Hochschulen außerhalb Europas eher eine geringe Rolle. Nur 7 Prozent der Unternehmen sehen einen steigenden Bedarf, 12 Prozent gehen dagegen von einem Rückgang aus.

»Eine Erklärung für den insgesamt eher geringen Anteil von Absolventen aus dem Ausland ist der stark gestiegene Anteil ausländischer Studierender in Master-Programmen deutscher Hochschulen«, so Rohleder. »Je internationaler die deutschen Hochschulen werden, umso geringer die Notwendigkeit für die Unternehmen, mit hohem Aufwand selber an ausländischen Universitäten zu rekrutieren.«

Im Auftrag des Bitkom hat Bitkom Research 708 Geschäftsführer und Personalleiter von ITK-Unternehmen ab 3 Mitarbeitern befragt.