Imagekampagne gegen Nachwuchskräftemangel

Der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e.V. (ZVEI) hat eine Imagekampagne für das Berufsbild Ingenieur entwickelt.

Mit der Aktion »superstudium.de« soll das Problem des Nachwuchskräftemangels im Ingenieurwesen konsequent behoben werden. Mit der Kampagne will der ZVEI junge Menschen mit einer auf die Zielgruppe angepassten Ansprache für den Ingenieurberuf begeistern. Ein eigens dafür entwickelter Schulkoffer geht dazu an Schulen. Er enthält Informationsmaterial, wie beispielsweise Präsentationsfolien für die Lehrer sowie ein Magazin, Poster und Postkarten für die Schüler.

Im Internet werden Jugendliche mithilfe eines multimedialen Trailers auf die Webseite www.superstudium.de neugierig gemacht, wo sie auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Informationen rund um das Berufsbild und die Automatisierungstechnik finden. Gleichzeitig sollen Werte vermittelt werden, die heute bei Jugendlichen in der Berufs- und Studienwahl entscheidende Kriterien sind: Sicherheit des Arbeitsplatzes, die Anerkennung der Leistung, Lohn und Gehalt sowie die Arbeitsatmosphäre. Das ergab eine von der Agentur durchgeführte Befragung.

Der Imagekampagne ging eine Analyse voraus. So hat die vom ZVEI beauftragte Werbeagentur ://bunte büffel Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren an Realschulen und Gymnasien in Baden-Württemberg befragt sowie Interviews mit Studenten in den ersten zwei Semestern durchgeführt. Die Befragung ergab, dass das Berufsbild »Ingenieur« bei jungen Menschen falsche Assoziationen hervorruft und zudem mit etwas Negativem verbunden wird. »Schüler und Studenten verbinden mit dem Beruf eines Ingenieurs etwas Langweiliges. Dagegen stießen Berufszweige wie Jurist, Manager oder Mediziner auf Begeisterung. Das wird natürlich auch durch das Fernsehen unterstützt. Durch Serien wie ›Emergengy Room‹ oder ›Richterin Barbara Salesch‹ identifizieren sich Jugendliche mit genau diesen Berufen. Während nur zwölf Prozent der Befragten eine annähernde Vorstellung davon hatten, was ein Ingenieur überhaupt macht, konnten die anderen Berufsbilder problemlos mit bestimmten Tätigkeiten besetzt werden. Das zeigte eindeutig: Für den Nachwuchs ist das Berufsbild des Ingenieurs gesichts- und charakterlos«, erklärt Agenturinhaber Michael-Mark Grütling.

Daneben waren weitere Klippen in der Kommunikation zu umschiffen, die sich in der Zielgruppenbefragung herausgestellt hatten: Jugendliche wählen ihre Studienrichtung nach dem eigenen sozialen Umfeld und müssen ihre Entscheidung im Freundes- und Bekanntenkreis argumentieren und »verkaufen«. Dies begünstigt den Trend zu den gefragten Studienrichtungen Jura, BWL und Medizin. Weiterhin fehlten von Seiten der Unternehmen eine geeignete Ansprache gegenüber Jugendlichen, die sich noch in der Entscheidungsphase für ein Berufsbild befinden, sowie eine Informationsplattform für die Nachwuchskommunikation.

»Unsere branchenübergreifende Ingenieur-Imagekampagne packt das Problem bei der Wurzel. Jedoch ist die Aktion ›superstudium.de‹ erst der Anfang. Die Erkenntnisse, die der Verband in Punkto Jugendansprache gewonnen hat, sollten nun auch die deutschen Mittelständler für ihre Kommunikation und Nachwuchsförderung nutzen«, empfiehlt Grütling. »Fehler in der Nachwuchskommunikation kosten, langfristig betrachtet, Innovationskraft.« Und das gefährde seiner Auffassung nach die gesamte Marktstellung.