Hochschulen engagieren sich

Der Ingenieurmangel in Deutschland hat mittlerweile dramatische Ausmaße erreicht – aktuell können derzeit 95.000 Stellen nicht besetzt werden. Im Rahmen der 4ING-Fakultätentage diskutierten die Vertreter der vier wichtigen Ingenieur-Disziplinen Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik/Informationstechnik, Bauingenieurwesen/Geodäsie und Informatik über die anstehenden Probleme.

Die Problematik des Ingenieurmangels ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die wirtschaftliche Zukunft eng mit der Zukunft der Ingenieurwissenschaft in Deutschland verknüpft ist.

Wenn derzeit der gegenwärtig Herrschende Ingenieurmangel diskutiert und analysiert wird, drängt sich oft der Eindruck auf, als ginge es hier lediglich um eine bestimmte Berufsgruppe beziehungsweise um die Unternehmen, die diese nachfragen. Tatsächlich aber geht es um viel mehr: Von der Tätigkeit der Ingenieure hängt letztlich der Wohlstand unserer Gesellschaft ab; damit betrifft die Tatsache, dass immer weniger junge Menschen Ingenieurwissenschaft als Studienfach wählen, die Gesellschaft als Ganzes.

»Es gibt im Moment kein Problem, das die Menschen umtreibt, das ohne Ingenieure gelöst werden könnte«, damit ruft Prof. Dr. Manfred Nagl, Professor für Informatik an der Aachener RWTH und Vorsitzender der 4ING-Fakultätentage, zu gemeinsamen Anstrengungen auf, junge Menschen für Studium und Beruf des Ingenieurs zu begeistern.

Prof. Dr. Eckart Kottkamp, Präsidiumsmitglied des VDMA, plädierte im Rahmen der 4ING-Fachkonferenz »Zukunft Ingenieurwissenschaften – Zukunft Deutschland« an der RWTH Aachen für eine neue Exzellenzinitiative in Sachen Ingenieurausbildung: »Der globale Wettbewerb wird heute durch die Qualifikation der Mitarbeiter entschieden«, so seine Überzeugung.