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Das verdient man in der Elektronikindustrie: Gehaltsreport 2016

Hier ist er, der jährliche Gehaltsreport von Interconsult. Wie immer darf Markt&Technik exklusiv vorab in Auszügen berichten. Interconsult-Chef Dietrich Graf von Reischach erklärt die neuen Zahlen.

Dietrich Graf von Reischach, Interconsult Bildquelle: © Interconsult

D. A Graf von Reischach, Interconsult: »Es ist richtig, dass Unternehmen zu Jahresbeginn über Budgets verfügen. Aber viel wichtiger für Verhandlungen sind geleistete Erfolge wie mehr Umsatz, erfolgreiche Projekte oder ähnliches.«

Gehälter entstehen nicht im luftleeren Raum, sie sind neben der persönlichen Leistung immer auch gebunden an Konjunktur, Unternehmenserfolg und Konkurrenz am Arbeitsmarkt. In der Elektronikindustrie halten sich diese wesentlichen Treiber seit Jahren so stabil wie ein Azorenhoch im Hochsommer.

Der »Bewerbermarkt« für Elektrotechnik-IngenieurInnen ist unverändert, die Berufsaussichten sind gut. Firmen reißen sich um die raren Absolventen. Diese haben oft schon vor dem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Und wenn nicht, beschränkt sich die Dauer der Sucharbeitslosigkeit bis zur ersten Anstellung auf wenige Monate, meldete der VDE erst zu Jahresende. Die Arbeitslosenquote für Elektroingenieure liegt unter 2,5 Prozent. Langzeitarbeitslose Elektrotechniker, d.h. länger als ein Jahr arbeitssuchend, bilden die Ausnahme.

Auf dieser Grundlage sind die Gehälter für Innen- und Außendienstpositionen in der Elektronik zu sehen, die Interconsult seit 1982 erhebt und auswertet, so auch in diesem Jahr. Der Report basiert auf Informationen von 136 Unternehmen (128 Hersteller und 8 Distributoren) aus den Bereichen aktive, passive und elektromechanische Bauelemente, Broadline-Distribution, ASICs, Mikroprozessorsysteme, Netzwerktechnologie, Computer-Software, Computer-Hardware, Automatisierungstechnik, EDA, ATE, Messgeräte/Messsysteme, Medizin-Elektronik, Geräte und Systeme zur Halbleiterherstellung sowie kaufmännische Positionen.

Im Schnitt geht es 3,55 Prozent nach oben. Am höchsten sind die Steigerungen in der Computersoftware, am geringsten in der Automatisierungstechnik. Das liegt aber am ohnehin schon hohen Gehaltsniveau der erfolgsverwöhnten Branche.

Die Gehälter werden auch in diesem Jahr durch zwei wesentliche Treiber beeinflusst: zum einen durch den stellenweise extremen Mangel an Spezialisten (Vertrieb, Applikation, Entwicklung und Design). Hierunter leiden vor allem kleinere und mittelständische Firmen abseits der Metropolen oder in direkter Nachbarschaft zu den großen Namen, die sich in Städten wie München oder Stuttgart tummeln. Und zum anderen durch die immer noch gute Konjunkturentwicklung, die dabei hilft, die Ziele und Boni zu erreichen, die das Fixgehalt ergänzen. Daher müssen Unternehmen Gehaltsrunden mitgehen, teilweise bis an die Grenze des Gehaltsgefüges, sagt Personalexperte Dietrich Graf von Reischach. Alternativen? Gibt es nicht wirklich. »Sie bekommen sonst eben keine guten Leute mehr.«

Welche Rolle spielen Faktoren wie Arbeitszeitflexibilisierung, Jobsicherheit oder Benefits wie Homeoffice oder bezahlte Weiterbildung? Können Firmen damit gegen den Gehälterwettbewerb anlaufen? Immerhin, so sagen Arbeitspsychologen, sei doch Gehalt als Zufriedenheitsfaktor überschätzt. Dazu Graf Reischach: »Das Gehalt muss stimmen. Wir haben einen Bewerbermarkt. Unter Preis sollte man sich nicht verkaufen. Doch nicht immer ist es einem Unternehmen möglich, alle Gehaltsrunden mitzugehen, ohne das eigene Gehaltsgefüge zu torpedieren. Dann kann es sinnvoll sein, Ausgleich über bezahlte Weiterbildung oder ähnliches vorzuschlagen. Mit einberechnen sollte man als Mitarbeiter aber auch ein positives Arbeitsumfeld, auch das ist schließlich viel wert«.

Absolventen treten heute selbstbewusst auf, wissen, was sie wert sind. Wann ist die beste Zeit für eine Gehaltsverhandlung? Und wie setzt man sie durch? Reischach: »Es ist richtig, dass Unternehmen zu Jahresbeginn über Budgets verfügen. Aber viel wichtiger für den richtigen Zeitpunkt sind geleistete Erfolge wie mehr Umsatz, erfolgreiche Projekte oder ähnliches.« Die Chancen auf ein Gehaltsplus stehen für 2016 also insgesamt gut.Den kompletten 30-seitigen Gehaltsvergleich gibt es ab 1. März zum Preis von 25 Euro direkt bei Interconsult, Vorbestellung unter www.interconsult.de [1].