Durchstarten in Start-ups

Selbstverwirklichung und die Lust am Risiko stehen ganz oben auf der Liste, wenn Ingenieure zwischen wendigen Start-ups und behäbigen Großunternehmen abwägen. Anlässlich der German Tech Tour, auf der kürzlich in München und Berlin 25 Start-ups prämiert wurden, befragten wir die Branche nach den Karriere-Möglichkeiten für Ingenieure.

»Ingenieure gehen in Start-ups, weil sie die intellektuelle Herausforderung lieben«, sagt Robert Horstmeyer, Managing Director von GrowthPoint Technology Partners, einer auf Mergers & Acquisitions spezialisierten Investment-Bank aus Palo Alto, Kalifornien. »Sie wollen die Welt verändern «, pflichtet ihm Bretton Putter bei, Managing Partner der Londoner Headhunter-Firma Forsyth Group.

Die gute alte Mär vom Silicon-Valley-Spirit – sie lebt also doch noch, allerdings stärker im angelsächsischen Raum als hierzulande. »Wir haben Schwierigkeiten, Ingenieure zu finden«, berichtet Dr. Lars Markwort, CEO und Gründer der Firma Nanda Tech in Unterschleißheim bei München, der zu den 25 Gewinnern der German Tech Tour gehört. Das Ende 2006 gegründete Unternehmen entwickelt Software für die Qualitätsprüfung in der Halbleiterund Solarzellen-Fertigung.

Und dabei sind die Risiko-Faktoren vergleichsweise gering: Nanda Tech ist mit Venture Capital finanziert und hat mit dem High-Tech Gründerfonds, mit Alexander Brühl, Chef von Atlas Venture in München, und DEWB, einem Spin-off von Jenoptik, Investoren an Bord, die nicht nur sehr versiert sind, sondern aus der exakt gleichen Branche kommen und damit operative Unterstützung geben können. »Wir zahlen sogar mehr als Zeiss«, lockt Markwort. Stock Options für Manager in Schlüsselpositionen sind selbstverständlich. Doch das alles zählt seiner Erfahrung nach am Standort Deutschland nicht so viel wie ein Firmenwagen, und den haben in kleinen Companies noch nicht einmal die Chefs. Hierzulande zählen Prestige und effektiver Cash eben mehr als die Option auf die Zukunft.