Interview zum Thema Recruiting-Apps »Die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, bestimmt die Medienauswahl!«

»Die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, bestimmt die Medienauswahl!« Alexander Schön referierte auf dem Workshop der Markt&Technik über »Employer Branding und Social Media Recruiting« der Phoenix Contact Gruppe.
»Die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, bestimmt die Medienauswahl!« Alexander Schön referierte auf dem Workshop der Markt&Technik über »Employer Branding und Social Media Recruiting« der Phoenix Contact Gruppe.

Sind die neuen Recruiting-Apps »Truffls« oder »SelfieJobs« auch für die Elektronikindustrie interessant? Welcher Recruiting-Kanal ist für Phoenix Contact der erfolgreichste, um Ingenieure anzusprechen? Wir haben bei Personalmarketing-Leiter Alexander Schön von Phoenix Contact nachgefragt.

Herr Schön, per »Tinder zum Job«, glauben Sie, dass man über die neuen Recruiting-Apps, die wie eine Partnerbörse funktionieren, Ingenieure finden kann?

Alexander Schön: Zumindest klingt das interessant. Wir testen Truffls gerade.

Ob wir die App aber tatsächlich einsetzen, hängt davon ab, ob sie uns auch tatsächlich qualitativ hochwertige Bewerbungen bringt. Denn generell gilt: Die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, bestimmt die Medienauswahl!

Es muss sich tatsächlich lohnen, denn den Aufwand, der ein weiterer Kanal für uns bedeutet, muss man ganz klar berücksichtigen. Masse ist nicht Klasse.

Ich bin generell nicht unbedingt ein Freund von Recruiting-Apps, die nur mobil abbilden, was ich auch auf der Hauptseite finden kann. Das eigentliche Thema ist doch viel mehr, wie man Hürden abbaut und es dem Bewerber so einfach wie möglich macht, mit uns in Kontakt zu treten.

Mit dem Kontakt alleine ist es aber nicht getan, wie lange dauert es bis zur Einstellung, das ist doch die Gretchenfrage?

In der Tat. Einen interessierten Bewerber kann man auch wieder verlieren, wenn die internen Prozesse zu langsam sind.

Damit wären wir auch wieder bei Apps wie truffls: Was nützt ein theoretisch schneller Matching-Prozess, wenn ich mich intern erst umfangreich abstimmen müsste, um den Kandidaten zu »liken«.

Welcher Recruiting-Kanal ist für Phoenix Contact der erfolgreichste, um Ingenieure anzusprechen?

Die Zielgruppe Ingenieure ist alles andere als homogen: Man muss unterscheiden zwischen Fachrichtung, Alter, Region, Schwerpunkten.

Unter dieser Prämisse würde ich zwei Kanäle hervorheben: Unser eigener Mitarbeiter-Blog, der unseren ganz persönlichen Spirit transparent macht, also was Arbeiten bei Phoenix Contact täglich bedeutet. Auf eine sehr persönliche Art, denn er wird von Mitarbeitern geschrieben.

Und unser Netzwerk aus Firmenkontakten, Mitarbeiterkontakten und ähnlichen. Letzterer ist mit Abstand am erfolgreichsten.«

Das heißt, Sie recruitieren am erfolgreichsten durch Ihr Arbeitgeber-Image?

Für uns ist das so. Zufriedene Mitarbeiter sind der beste Multiplikator und wir nehmen das bei Phoenix Contact sehr ernst. Würden wir es nicht ernstnehmen, aber dennoch damit werben, würden wir die Quittung postwenden auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen bekommen. Deshalb unterwerfen wir uns auch immer wieder einem Benchmarking.

Sie haben bei Top Job mitgemacht.

Bei Top Job haben wir ein paar Mal schon mitgemacht. Nicht unbedingt wegen dem Arbeitgeber-Siegel, sondern für unseren internen Verbesserungsprozess.

Der Benchmark-Prozess der Universität St. Gallen deckt auf, wo man nacharbeiten sollte. Der Lohn der Mühe sind zufriedene Mitarbeiter, die ich wie beschrieben als Multiplikatoren nutzen kann.

Das Gespräch führte Corinne Schindlbeck