kununu wird 8 Jahre alt Den Windeln entwachsen

Den Windeln entwachsen: Aus dem einstigen Hobby-Projekt von zwei Brüdern ist ein mittelständisches Unternehmen mit 70 Mitarbeitern geworden, das in seiner Datenbank 90.000 Bewertungen in 210.000 Unternehmen pflegt.
Den Windeln entwachsen: Aus dem einstigen Hobby-Projekt von zwei Brüdern ist ein mittelständisches Unternehmen mit 70 Mitarbeitern geworden, das in seiner Datenbank 900.000 Bewertungen in 210.000 Unternehmen pflegt.

Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu wird Jahr 8 Jahre alt, seit kurzem ist auch »glassdoor« im deutschsprachigen Raum aktiv. Was Hotelbewertungen für die Reiseplanung sind, ist kununu für die Jobsuche und Karriereplanung – man kommt als Arbeitgeber daran nicht mehr vorbei.

Ob es Unternehmen gefällt oder nicht: laut einer aktuellen BITKOM-Studie nutzt jeder dritte Internetnutzer Plattformen wie kununu, um sich über die Erfahrungen anderer Beschäftigter zu informieren. Und mehr als zwei Drittel geben an, sich durch die Bewertungen aktiv in ihrer Jobentscheidung beeinflussen zu lassen.

Den Start-Up Schuhen entwachsen, hat sich kununu seit der Gründung 2007 zum Marktführer im Bereich Arbeitgeberbewertungen entwickelt, spätestens seit der Übernahme durch Xing im Januar 2013.

Aus dem einstigen Hobby-Projekt von zwei Brüdern ist ein mittelständisches Unternehmen mit 70 Mitarbeitern geworden, das mehr als 900.000 Bewertungen zu 210.000 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet.

Was Hotelbewertungen für die Reiseplanung sind, ist kununu für die Jobsuche und Karriereplanung: Die Idee zur Plattform hatte Gründer Martin Poreda als er selbst auf Jobsuche war und keine Hintergrundinformationen oder Eindrücke zu den Firmen seiner Wahl finden konnte.

In Folge gründete er mit seinem Bruder Mark eine der ersten Arbeitgeber-Bewertungsplattformen im Netz. Auf kununu bewerten Mitarbeiter, Ex-Mitarbeiter, Auszubildende und Praktikanten ihr Unternehmen unter anderem in Bezug auf Betriebsklima, Aufstiegschancen und Gehalt.

Jobsucher finden kununu naturgemäß gut. Wer jedoch Probleme mit seinem Arbeitgeber-Bild nach außen hat, der hadert mit den subjektiven Bewertungen, weil sie es torpedieren können.

Nicht so bei Phoenix Contact. Das Unternehmen bekommt mittlerweile die meisten Bewerbungen durch sein gutes Arbeitgeber-Image, das bestätigt Alexander Schön, Human Resources Manager beim Verbindungstechnik-Spezialisten aus Blomberg in Ostwestfalen.

»Für uns ist das so. Zufriedene Mitarbeiter sind der beste Multiplikator und wir nehmen das bei Phoenix Contact sehr ernst. Würden wir es nicht ernstnehmen, aber dennoch damit werben, würden wir die Quittung postwenden auf Bewertungsportalen bekommen. Deshalb unterwerfen wir uns auch immer wieder einem Benchmarking.«

Bei »Top Job« hat Phoenix Contact schon etliche Male mitgemacht. Nicht unbedingt nur wegen des Arbeitgeber-Siegels, sondern für seinen internen Verbesserungsprozess. »Der Benchmark-Prozess der Universität St. Gallen deckt auf, wo man nacharbeiten sollte. Der Lohn der Mühe sind zufriedene Mitarbeiter, die ich wie beschrieben als Multiplikatoren nutzen kann.«, erklärt Schön.

Natürlich fallen negative Bewertungen auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen (seit diesem Jahr ist das amerikanische "glassdoor" auf dem deutschen Markt aktiv) vor allem dann ins Gewicht, wenn die Zahl der abgegebenen Bewertungen insgesamt nicht so groß ist. Personalexperten warnen daher davor, einzelne Stimmen auf kununu überzubewerten, denn sie seien schlicht nicht repräsentativ. Häufig seien es enttäuschte Mitarbeiter, die sich auf kununu Luft machen wollten.

Dem Erfolg von kununu tut das keinen Abbruch: »Wir schaffen mehr Transparenz im Arbeitsmarkt und sind das neutrale Sprachrohr aller Arbeitnehmer. Anstelle von Marketing-Abteilungen kommen bei kununu die Mitarbeiter zu Wort und liefern authentische Hintergrundinformationen über ihr Unternehmen aus erster Hand. Unser langfristiges Ziel ist klar definiert: Jobsuchende sollen bald keine Bewerbung mehr abschicken, ohne vorher ihren potentiellen Arbeitgeber auf kununu zu checken«, erklärt Geschäftsführer Dr. Florian Mann.

Wie sollten Unternehmen darauf reagieren? Am besten pro-aktiv. Ob die »kollektive Energie« eines Unternehmens stimmt, lässt sich auch messen und gezielt verbessern. Die Ansatzpunkte für die Geschäftsführung, das Personalmanagement und die einzelnen Führungskräfte liefert ein Arbeitgeber-Benchmarking wie »Top Job «, das von der Universität St. Gallen ausgewertet wird.

Auch sollten Abschlussgespräche mit ausscheidenden Mitarbeitern in Form von »Debriefings« zum Standard gehören und in einen Verbesserungsprozess einfließen. Auch regelmäßige, transparente Mitarbeiterbefragungen sind nützlich, allerdings nur dann, wenn die Ergebnisse kommuniziert und in Folge tatsächlich ein Verbesserungsprozess eingeleitet wird. Sonst bewirken sie das Gegenteil.

»Zufriedene und engagierte Mitarbeiter neigen weniger zur inneren Kündigung und fühlen sich stärker mit dem Unternehmen verbunden.«, sagt Silke Masurat, Geschäftsführerin der zeag GmbH und zusammen mit der Universität St. Gallen Ausrichterin von »Top Job Elektronik/Elektrotechnik«. Medienpartnerin ist Markt&Technik. Das Siegel wird im Februar 2016 zum ersten Mal vergeben.