Gehaltsprognose 2015 Das sind die Gewinner im nächsten Jahr

Ist der Aufschwung vorbei? Die Elektronikbranche rechnet mit einer Abkühlung und tritt beim Gehalt auf die Bremse. Herrschte nicht in einigen Bereichen Expertenmangel, wäre das Gehaltsplus mancherorts wohl ausgefallen. Ein paar Ausreißer nach oben aber gibt es.

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Gehaltsprognose Elektronikindustrie für 2015

Gehaltsprognose Elektronikindustrie für 2015

Noch vor vier Monaten hätte die brandneue Gehaltsumfrage der Firma Interconsult ganz anders aussehen können, optimistischer. Wie jedes Jahr im Herbst hat Interconsult exklusiv für karriere-ing.de untersucht, wie spendabel oder auch nicht die Unternehmen im nächsten Jahr sein dürften.

Ergebnis: Die Zeichen stehen auf Sparkurs. Krisensymptome wie die Konjunkturdelle in China, die Schwäche der Euro-Staaten, IS-Terror oder Russland-Krise drücken auf die Stimmung, Firmen sehen den Export gefährdet und rechnen mit einer Abkühlung. Der Ifo-Index ist auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gesunken.

Hat das Auswirkungen auf die Gehaltsprognose für das kommendes Jahr?

Zunächst einmal sähen die Zahlen gar nicht so schlecht aus,  erklärt Dietrich Graf von Reischach, Geschäftsführer der Firma Interconsult.  So läuft es im Bereich Automatisierung weiterhin rund, die Gehälter dürften angesichts der guten Konjunktur auf 3,7 Prozent Plus gegenüber diesem Jahr steigen. Auch Elektromechanik und Distribution zeigen sich solide. Den stärksten Zuwachs erwarten dürfen Mitarbeiter aus den Branchen Mikroprozessorsysteme, EDA und Kaufmännische Funktionen.

Schwach hingegen läuft es bei der Solartechnologie, wo kein Zuwachs zu erwarten ist, sowie bei Computersoft- und –Hardware, wo nur geringfügig erhöht wird.

Im Schnitt, so der Interconsult-Geschäftsführer, könne die Elektronikbranche mit einer Gehaltssteigerung inklusive Boni und Zulagen von 2,2 Prozent im kommenden Jahr rechnen. Zum Vergleich: letztes Jahr waren es nur 1,9 Prozent. 

Eine Steigerung also, trotz des drohenden Abschwungs?

Das sei vor allem dem erwähnten Spezialistenmangel in einigen Bereichen geschuldet, erklärt Graf Reischach. Viele Firmen säßen noch auf einem soliden Polster an kundenspezifischen Aufträgen, hätten aber nicht die Mitarbeiter, um diese abzuarbeiten. »Deshalb sind die Firmen gezwungen, die Gehälter attraktiv zu halten«, erklärt der Gehaltsexperte.

»Dabei sind die Firmen in einer Zwickmühle. Sie wollen sparen, dürfen aber nicht. Einige Bereiche wie zum Beispiel Stromversorgung laufen weiterhin gut, vor allem mit kundenspezifischen Aufträgen, die erfüllt werden wollen. Dafür fehlt es an Mitarbeitern, die Sie aber nicht bekommen, wenn Sie nichts bieten.«

Somit sind bei einem Jobwechsel 8 bis 15 Prozent Steigerung drin, erklärt der Personalberater. Dafür sind die Erwartungen der Arbeitgeber hoch: »Die Firmen erwarten sehr spezifisch qualifizierte Kandidaten, die nicht erst lange eingearbeitet werden müssen, sondern nach etwa 3 Monaten in der Lage sind, die an Sie gestellten Aufgaben zu erfüllen.«

Das sind hohe Ansprüche. Wie wechselbereit zeigen sich da die Bewerber?  »Niemand wechselt heute mehr die Firma für den gleichen Job woanders«, klärt Graf Reischach auf. »Finanziell und fachlich muss eine Verbesserung erreicht werden, das Gesamtpaket muss stimmen, sonst zieht das Angebot nicht.«

Denn nicht nur die Firmen, auch die Kandidaten haben klare Vorstellungen. Und sind weiterhin erstaunlich immobil: »Von Chemnitz nach Dresden ist schon ein Problem«, seufzt der Berater.

Welches Gehalt können Sie nächstes Jahr erwarten? Ordnen Sie sich ein! Die detaillierten Gehaltsprognosen von Interconsult zum Durchklicken finden Sie in unserer Bilderstrecke.