Berufliche Ausbildung Bitkom fordert Pflichtfach Informatik

Dr. Bernhard Rohleder Hauptgeschäftsführer des Bitkom
Dr. Bernhard Rohleder Hauptgeschäftsführer des Bitkom

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf berufliche Anforderungsprofile und damit auf die Ausbildung? Der Bitkom hat eine repräsentative Befragung dazu durchgeführt.

Die Digitalisierung soll nach Einschätzung der Unternehmen die berufliche Ausbildung gravierend verändern. Mehr als jedes vierte Unternehmen (29 Prozent) gibt an, dass in Folge der Digitalisierung völlig neue Ausbildungsberufe eingeführt werden müssen.

Drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der zunehmende Einsatz digitaler Technologien eine inhaltliche Anpassung der bestehenden Ausbildungsberufe erfordere.

Gerade einmal 4 Prozent der Unternehmen sagen, dass sich für die Auszubildenden auch in Zukunft nichts ändern muss.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen, branchenübergreifenden Befragung unter mehr als 1.500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

»Die Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft tiefgreifend, von den Produkten bis zu Geschäftsprozessen und Geschäftsmodellen. Wir müssen unsere Jugendlichen dafür mit einer modernen, zukunftsorientierten Ausbildung fit machen«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. »Den Grundstein dafür müssen wir bereits in der Schule legen, unter anderem mit einer fundierten Vermittlung von Digitalkompetenz im Fächerkanon, einem Pflichtfach Informatik und mit Englisch als Lingua franca der digitalen Welt ab der 1. Klasse.«

Vor allem im Mittelstand wird laut Umfrage ein großer Bedarf an neuen Ausbildungsberufen gesehen. 40 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 499 Beschäftigten plädieren für die Einführung gänzlich neuer Ausbildungsprofile, 68 Prozent befürworten Anpassungen bei den bestehenden Berufsbildern.

Bei den Großunternehmen ab 500 Beschäftigten erwarten 25 Prozent neue Ausbildungsberufe, 79 Prozent Veränderungen bei den bestehenden Angeboten.

Ähnlich sind die Anteile bei den kleineren Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten (24 Prozent rechnen mit neuen Berufe, 78 Prozent mit Veränderungen) und den Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigen (29 bzw. 75 Prozent).