Recruiting Absagen mit Gefühl

Wie gebe ich einem Kandidaten einen Korb, ohne ihn vor den Kopf zu stoßen? Sondern dass er sich sogar wertgeschätzt fühlt und das Unternehmen in positiver Erinnerung behält? Doch, das geht. Besonders gute Absageschreiben erscheinen nun in einem von Jobware und Kienbaum herausgegebenen Buch.

Millionen von Absageschreiben werden jährlich versandt. Welchen Eindruck sie beim Bewerber neben der verständlichen Enttäuschung über die Absage hinterlassen, darüber entscheidet nicht zuletzt die Qualität des Absageschreibens.

»Dieses so zu kommunizieren, dass der Bewerber das Unternehmen in guter Erinnerung behält, ist eine große Herausforderung. Gleichzeitig müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen beachtet werden. Unser Buch zeigt anhand echter Absageschreiben, wie dieser Spagat gelingen kann«, erklärt Jobware-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Achilles.

Jobware und Kienbaum hatten im Vorfeld einen Wettbewerb veranstaltet, für den Bewerber über Absageschreiben urteilen sollten. Im folgenden sind die besten Absagen laut Jury zu lesen.

In der Kategorie »Allgemein« gewann die buw holding GmbH mit folgendem Satz: »Wenn Sie ein ausführliches Feedback wünschen, können Sie sich selbstverständlich bei uns melden. Wir stehen gerne für ein Gespräch zur Verfügung.« »Sehr seltenes Angebot heutzutage, das die Jury beeindruckte«, kommentiert Martin Lücker, stv. Pressesprecher bei Kienbaum Communications.

Auf dem zweiten Platz landeten die Ambulante Dienste e.V. aus Berlin: »Ihr außergewöhnliches Profil könnte zu uns passen. Könnte. Denn im Augenblick ist im [xyz] Bereich, auf den Sie sich bewerben, leider keine Stelle vakant«, schreibt der Verein in seiner Absage. Lücker: »Der Brief hinterlässt ein gutes Gefühl und motiviert zu weiteren Bewerbungen.«

Die Wieland-Werke machten einen guten dritten Platz mit folgendem Satz: »Herzlichen Dank für das interessante Gespräch. Es hat uns ermöglicht, Sie näher kennen zu lernen. Dabei hat sich der positive Eindruck, den wir bereits aus Ihren Bewerbungsunterlagen erhalten haben, bestätigt.« »Das ist ein sehr freundlich und wertschätzend formuliertes Schreiben«, kommentiert Martin Lücker.

In der Sonderkategorie »Praktikum / Traineeship« gewann die Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli: »An höchster Stelle steht dabei für uns eine enge Betreuung, für die wir gerne viel Zeit und Mühe investieren. Aus diesem Grund ist die Anzahl von Praktikumsstellen, die wir vergeben können, leider begrenzt.« »Das Absageschreiben der Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli GmbH zeigt Engagement für Praktikanten und erklärt den nachvollziehbaren Grund für die Absage.«, lobt Lücker.

Die MSL Group geht in ihren Absageschreiben sowohl auf die positiven als auch negativen Aspekte des Bewerberschreibens ein und errang damit den zweiten Platz: »Bitte verstehen Sie dies nicht falsch, aber ich habe mir auch die Freiheit genommen, Ihren Lebenslauf nach Verständlichkeit und Übersicht ‚anzupassen‘. Vielleicht nehmen Sie es sich als Inspiration für den nächsten Versuch.« Dazu Martin Lücker: »Die Adleraugen des auswählenden Teams sehen alles. Die Absageschreiben sind sehr individuell verfasst und geben eine Hilfestellung für weitere Bewerbungen.«

Die drittplatzierte Triaz GmbH

gewann mit »Gern hätten wir Ihnen ein Praktikum in dem von Ihnen gewünschten Zeitraum ermöglicht, jedoch befinden wir uns in dieser Zeit mitten im Hauptgeschäft und haben daher leider keine Möglichkeit, Sie angemessen und individuell zu betreuen, um Ihnen so erste Einblicke in den Berufsalltag des Versandhandels zu vermitteln.« Diese Begründung findet Martin Lücker gut, weil »nachvollziehbar«, zudem sei das Schreiben sehr freundlich.

In der Sonderkategorie »Ausbildung« siegte die Laverana GmbH : »Erläutert werden die genauen Voraussetzungen für eine Aufnahme in die engere Auswahl. Ein »Quäntchen Glück« fehlte eben, um eingestellt zu werden.« Auf Platz 2: Die buw Unternehmensgruppe. »Wir sind sicher, dass Sie bald den richtigen Ausbildungsplatz finden«, das findet Martin Lücker gut: »Ein freundliches Schreiben, das den Bewerber zuversichtlich macht und ermutigt nach einer für ihn richtigen Ausbildungsstelle zu suchen.«

Den dritten Platz machte die Mahle GmbH mit »Wir freuen uns sehr, dass Nachwuchskräfte wie Sie bei uns ins Berufsleben starten möchten.« Das sei ein wertschätzender Satz in einem Absageschreiben an Schulabgänger, befand die Jury. Den nachfolgenden Satz »Bei der sorgfältigen Prüfung der Unterlagen haben wir festgestellt, dass Ihnen andere Bewerber einen kleinen Schritt voraus waren.« fand man »sehr fein formuliert«, weil er Wertschätzung vermittele.

Im Ratgeber »Die besten Absageschreiben an Bewerber« (34,90 Euro ab sofort erhältlich: Jobware Online-Service GmbH ⁄ Kienbaum Communications (Hrsg.). Books on Demand.) präsentieren Jobware und Kienbaum die Gewinner des gleichnamigen Awards und die prämierte Bewerberkorrespondenz in den Kategorien »Allgemeine Absageschreiben«, »Praktikanten/Trainees« und »Auszubildende«.