iSuppli hält an seiner Prognose für den Halbleiterweltmarkt fest

Der Markt soll statt 7,9 Prozent in diesem Jahr, wie vor einigen Monaten prophezeit, immerhin noch um 7,8 Prozent wachsen und dadurch ein Gesamtvolumen von 255,7 Mrd. Dollar erreichen.

Laut Gary Grandbois, Principal Analyst von iSuppli, stehen der PC- und Handy-Markt, die beiden Hauptantriebsfedern für die Halbleiterindustrie, auch in diesem Jahr sehr gut da. Der Equipment-Markt für die Datenverarbeitung, der von den PCs dominiert wird, soll in diesem Jahr um 7,3 Prozent wachsen. Die drahtlose Kommunikation wiederum, die am stärksten von den Handys beeinflusst wird, soll um 5,2 Prozent steigen.

Das Marktforschungsunternehmen geht davon aus, dass die höheren Energiepreise im dritten Quartal den Halbleiterumsatz negativ beeinflussen werden. Auch das vierte Quartal wird betroffen sein, so dass der Umsatz für das gesamte zweite Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um nur 6,7 Prozent wachsen wird. Das wäre die niedrigste Wachstumsrate für ein zweites Halbjahr seit dem Katastrophenjahr 2001. Die derzeitigen Lagerbestände an Halbleitern sieht iSuppli nicht als Problem an. Einen Vergleich mit 2004 hält das Unternehmen für verfehlt, da die Marktbedingungen jetzt und vor zwei Jahren vollkommen unterschiedlich seien: Damals waren mehr oder minder alle Segmente betroffen, dieses Mal betrifft es eigentlich nur den PC-Markt.

Auch wenn iSuppli seine Marktprognose insgesamt für dieses Jahr kaum reduziert hat, so betont das Unternehmen dennoch, dass es einige überraschende Tendenzen gäbe. So wachsen die DRAMs in diesem Jahr stärker als erwartet. Laut iSuppli ist der Durchschnittspreis pro Megabit (ASP) in diesem Jahr nur um 16 Prozent gesunken, im letzten Jahr sank er um 40 Prozent. Das hat zur Folge, dass der weltweite DRAM-Umsatz in diesem Jahr um 24 Prozent steigen wird; zunächst hatte iSuppli nur 8 Prozent Wachstum prognostiziert. Deutlich schlechter laufen dagegen die Geschäfte mit NAND-Flash-Speichern: Der ASP für diesen Speichertyp soll in diesem Jahr um 60 Prozent fallen, allerdings bei gleichzeitig hohem Stückzahlwachstum. In der Summe ergibt sich dadurch ein Umsatzwachstum von 17 Prozent für dieses Jahr, iSuppli war ursprünglich von 37,2 Prozent ausgegangen. Diese Entwicklungen, zusammen mit dem unerwarteten Einbruch im Prozessormarkt, haben in der Summe zu der kaum veränderten Wachstumsprognose von 7,8 Prozent geführt.

Für 2007 reduziert iSuppli seinen Forecast für den Halbleiter-Weltmarkt ebenfalls ein wenig: Nur noch 10 Prozent statt 12,4 Prozent Wachstum werden nun erwartet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass 2007 den Höhepunkt des jetzigen Zyklus darstellen soll. Für 2008 prognostiziert iSuppli ein Umsatzwachstum mit Halbleitern von 8,8 Prozent, 2009 nur noch 2,6 Prozent. Ein wirkliches Schrumpfen des Halbleitermarktes wird auf keinen Fall vor 2011 erwartet.