Integration einer neuen Bordnetzgeneration in bestehende Werksstrukturen Integration neuer Fahrzeugtechnik

Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektrik- und Elektronik-Komponenten im Fahrzeug sind eine hohe Produktreife und die Beherrschung von Komplexität in der Produktion die wesentlichen Faktoren für stabile Fahrzeuganläufe.

Integration einer neuen Bordnetzgeneration in bestehende Werksstrukturen

Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektrik- und Elektronik-Komponenten im Fahrzeug sind eine hohe Produktreife und die Beherrschung von Komplexität in der Produktion die wesentlichen Faktoren für stabile Fahrzeuganläufe.

Die BMW Group entschied sich im Jahr 2001, ein Unternehmensprogramm zur Verbesserung der Komplexitätsbeherrschung von Elektrik und Elektronik (E/E) über die Ressorts Entwicklung, Produktion und Vertrieb aufzusetzen. Im Fokus des Programms innerhalb der Produktion standen alle E/E-relevanten Prozesse im Produktentstehungsprozess (PEP). Im Rahmen dieses Projekts wurden Standardprozesse für Projekt-, Risiko- und Anforderungsmanagement, Messen und Analyse, Konfigurationsmanagement, Test und Absicherung sowie Produkt- und Prozessqualitätssicherung entwickelt, die notwendigen Rollen und Hilfsmittel beschrieben und dann weltweit eingeführt. Die Prozesse und die Messung der Prozessreife orientieren sich am CMMI-Modell (Capability Maturity Model Integration), das als Referenzmodell vereinbart wurde (Bild 1).

Wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung der beschriebenen Prozesse und damit das Erreichen reifer und beherrschter Produkte war die Einrichtung eines E/E-Integrationsteams als Verantwortlicher für alle E/E-Belange einer Produktlinie im Produktionsressort. Dem E/E-Integrationsteam obliegt die Steuerung und Bündelung folgender Aktivitäten:

  • Montagegerechte Produktbeeinflussung von Anfang an (Anforderungsmanagement).
  • Einheitliche Prüf- und Inbetriebnahmeplanung.
  • Einführung neuer konzernweit standardisierter Software für Software-Logistik und Programmierung.
  • Analyse im Produktionsressort entlang des gesamten PEP.
  • Kontinuierliche Verbesserung der E/E-Produktionsprozesse mit dem Fokus Wertschöpfung.

Produktbeinflussung zur Prozessoptimierung

Mit dem neuen BMW 7er geht eine neue Bordnetzgeneration in Serie, die in die bestehenden Werksstrukturen integriert werden musste. Um eine reibungslose Integration in die Werksstrukturen zu ermöglichen, wurden für die geänderten Prüf- und Inbetriebnahmeschritte Erweiterungen und Änderungen im weltweit eingesetzten E/E-Prüfsystem CASCADE (Control Application Sequences for Coding and Diagnostic Execution) vorgenommen.

In der Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion konnten durch gezielte Produktbeeinflussung einzelne Funktionen ohne Inbetriebnahme im Werk in Serie gehen. Über die genaue Analyse der Toleranzkette aller Beitragsleister der Head-up-Display- Qualität im Werksprozess und der Auslegung aller Prozesse auf die Einhaltung kann die volle Kundenfunktionalität und die hohe Qualität auch ohne zusätzliche Inbetriebnahmeschritte garantiert werden.

Die Analysekompetenz im Produktionsressort konnte durch den Aufbau eines E/E-Absicherungszentrums in der frühen Produktentstehungsphase gestärkt werden. Dies ermöglicht die frühzeitige Qualifizierung der Analysespezialisten für das neue Produkt und erhöht die Produktqualität.

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