Immer mehr Stellen für Elektroingenieure

25 Prozent mehr Online-Stellenangebote als noch vor einem Jahr verzeichnet das aktuelle VDE-Jobbarometer, eine Bewertung der Internetannoncen von 1.000 Technologieunternehmen. Besonders gute Aussichten haben junge Ingenieure, doch die VDE-Studie bemängelt Defizite in Mathe und Physik bei Schülern.

Waren es vor einem Jahr noch 3.895 Stellenangebote, so meldet das aktuelle VDE-Job-Barometer jetzt 4.859 offene Stellen für Elektroingenieure. Damit richten sich rund 16 Prozent aller Stellenangebote (31.229) auf den Firmen-Homepages an Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik.

Von den guten Perspektiven des Ingenieurberufes sind auch 97 Prozent der Young Professionals im VDE überzeugt. Drei Viertel von ihnen schrieben weniger als zehn Bewerbungen, um ihre Stelle antreten zu können. Über die Hälfte hatten bereits nach nur ein oder zwei Vorstellungsgesprächen ihren Berufseinstieg geschafft. Die Arbeitsagenturen spielen bei der Vermittlung des Ingenieurnachwuchses praktisch keine Rolle.

Es sind jedoch nicht nur die guten Perspektiven, die junge Ingenieure an ihrem Beruf schätzen, sondern auch dessen gutes Image und seine hohe Faszination. Vier von fünf Young Professionals sagen: Der Ingenieurberuf ist kreativ und abwechslungsreich. Weitere Stärken sind in den Augen der jungen Experten sein internationales Profil und seine positive Bedeutung für die Gesellschaft.

Deutlich kritischer wird die Situation an Schulen beurteilt. Vier von fünf Professoren der Elektro- und Informationstechnik attestieren Abiturienten deutliche und zunehmende Defizite in Mathematik, Naturwissenschaften, aber auch in Deutsch. Diese Pisa-Syndrome können die Hochschulen nur noch sehr schwer ausgleichen. Die aktuelle Bildungsdiskussion bewertet der VDE daher als extrem wichtig, allerdings auch als viel zu spät. Der Wettlauf um Ideen und intelligente Lösungen, der Kampf um den Innovationsstandort Europa sei im Kern ein Bildungswettbewerb. Ohne massive Nachwuchsförderung werde man nicht zu den Gewinnern zählen, so VDE-Präsident Stadler.

Hinzu komme, dass der sogenannte Brain Drain laut Studie zunehmen soll. Eine Abwanderung von Experten ins Ausland spüren derzeit sieben Prozent der Unternehmen, 41 Prozent erwarten jedoch eine Zunahme bis 2010. Die Abwanderung von Spitzenforschern sei bereits heute empfindlich zu spüren. Dies konstatieren 37 Prozent der befragten Hochschullehrer, eine Mehrheit (52 Prozent) befürchtet einen weiteren Anstieg.